Bővebb ismertető
Porträt einer Landschaft An Stelle einer Einführung
Vor mehr als tausend Jahren wurde das große Donaubecken südlich des Karpatenbogens zur Heimat der Magyaren. Hier im »fernen Ungarland« ließ sich das damals wilde Steppenvolk nieder, wurde seßhaft, nahm das Christentum an, madite Geschichte und bewahrte sidi über Zeit und Schidcsalsschläge hinweg die leidensdiaftlidie, oft verzweiflungsvolle Liebe zu seinem Land.
Ein Hauch von Steppe und Romantik umweht in der Vorstellung anderer Völker noch heute die Ungarn, deren Sprache, Temperament und Brauchtum inmitten der germanischen und slawischen Nachbarn fast immer als fremd und rätselhaft empfunden wurden. Sie waren und sind anders als ihre Umgebung, und anders ist auch ihr Lebensraum.
Wie ein flacher Teller liegt Ungarn inmitten seiner Nachbarländer, deren Hochgebirge es wie eine hohe Mauer umschließen, als wollten sie es in seinen Schranken halten und ihm den Zugang zum Meer verwehren. Ungarn, wie wir es heute kennen, präsentiert sich vor allem als weites, von Strömen und Flüssen trag durchzogenes Land. In menschenferner Vergangenheit gab es hier ein gewaltiges, vom Meer um-spültes Massiv. An seinen Rändern falteten sich hohe Gebirge, im Innern sank der Boden. Das pannonische Meer füllte den Hohlraum aus. Was nach seinem Verschwinden übrigblieb, waren Wasserläufe, Seen und Sümpfe. Im steten Kampf zwischen Wind, Überschwemmungen und klimatischen Extremen formte sich allmählich aus den Sedimenten das Relief des späteren Ungarn.
Die für viele andere Gegenden unserer Erde charakteristischen, von der Natur geschaffenen optischen Gegensätze fehlen hier. Daß Ungarn im allgemeinen mit der großräumigen Steppe identifiziert wird, die als Pußta weltbekannt geworden ist, hat seinen Grund in dieser für Europa wohl einmaligen Erscheinung. Wo gibt es bei uns noch eine gleidiermaßen ins Endlose verlaufende Weite?
Die Große Ungarische Tiefebene mit ihren Lößböden, Wiesen und Sümpfen jenseits von Donau und Theiß vermittelt das Erlebnis der Grenzenlosigkeit. Geringer in den Ausmaßen, aber ähnlich im Charakter breitet sich im westlichen Transdanubien die Kleine Tiefebene aus. Beide sind typisch für das Gepräge des Landes und formen seit jeher sein Bild nach außen.