Bővebb ismertető
Man vergesse sowohl romantische Erwartungen wie düstere Vorurteile, wenn man nach Ungarn fährt. Behält man sie im Gedächtnis, so wird man sie zumeist bestätigt finden - nidit, weil sie der Wirklidikeit entspredien, sondern weil es in Ungarn ein Gebot der Höflichkeit ist, die Hoffnungen des Gastes zu erfüllen. Man wird also im Land umherreisen und wird dennoch das Spiegelkabinett der eigenen Vorstellungen nicht verlassen. Wenn sich dann endlidi ein Ausgang zeigt, sdieinbar ins Freie, dann führt er immer noch nidit ins Land, sondern gleichsam auf eine zweite, intimere Bühne des Fremdenverkehrs, auf der sidi Ungarn und Ungarinnen als Helden eines romantischen Ungarn-Dramas produzieren. Sie spielen sidi selbst, aber überhöht, sie spielen, ohne es zu bemerken. Sie geben sich stolzer, melancholisdier, feinfühlender und resignierter, als sie sind, und dabei sind sie auch ohne Steigerung bereits stolz, melancholisch, feinfühlend und resigniert genug. Sie balancieren an der Grenze einer Traumwelt. Doch ist dieser Traum vielleicht unerläßlich für ein Volk, dessen zentrales Lebensgefühl es ist, allein zu sein zwischen Slawen und Germanen. Das Gefühl der nationalen Eigenständigkeit ist eines der wichtigsten Gründe für die andauernde psychische Gespanntheit (und manchmal Überspanntheit), die zwischen zwei Extremen entsteht, zwischen ritterlichem Stolz und rührseliger Melancholie. Die Traumwelt Ungarns ist durch die "Wirklichkeit bedingt, doch wird diese dadurch verzerrt, vernebelt. Nur allzu leicht bleibt der Besucher in dieser Traumwelt stecken; er ist in Ungarn gewesen, ohne wirklich im wirklichen Ungarn gewesen zu sein.