Bővebb ismertető
Einleitung Der rote Faden, der sich durch alle Kapitel dieses Bildbandes Unsere herrliche Alpenwelt zieht, ist der Saumpfad. Das ist und war nicht irgendein Weg, sondern die Verbindung über Pásse, von Norden nach Süden, von einem Tal ins andere. Es waren die Heerstrassen der römischen Legionáre, die Wege der Wanderburschen und Pilger, aber auch die Verkehrsachsen für den Gütertransport. Heute, im Zeitalter der Autobahnen und Strassentunnels ist es schwierig, sich die einstigen Expeditionen über die wilden und gefürchteten Wege vorzustellen, können wir es uns doch leisten, sie zu unserem reinen Vergnügen zu beschreiten. Um dem heutigen Wanderer eine Vorstellung von den Zustánden von Anno dazumal zu vermitteln - von der Mühe und den grossen Opfern, die nötig waren, um die Saumpfade relativ sicher und auch im Winter gangbar zu machen, werfen wir mit dem Bündner Historiker Dr. Silvio Margadant einen Blick in den Alltag der altén Saumer und auf die komplizierte Organisation des Sáumerwesens: Wer alsó waren die Saumer? Jene Fuhrleute, die wáhrend Jahrhunderten den Warenverkehr über unsere Pásse zwischen den grossen Handelszentren im Süden und Norden besorgten. Im folgenden wollen wir uns am Beispiel des Bündnerlandes ein Bild davon machen, wie sich dieser Transitverkehr früher abwickelte. Anhand von Bodenfunden liess sich feststellen, dass die Alpenpásse schon zur Bronzé- und zur Römerzeit begangen wurden. An manchen Stellen sind die für die römischen Zweiradwagen typischen Radrinnen noch heute erkennbar. Im Mittelalter dienten die Pásse in erster Linie dem Personenverkehr. Erst seit dem 13. Jahrhundert wurden sie mehr und mehr zu Handelswegen, auf denen man Güter wie Textilund Metallprodukte, Waren aus dem Orient und Lebensmittel transportierte. Damals waren die einzelnen Territorialherren für den Unterhalt der Verkehrswege und den Schutz der Kaufleute verantwortlich. Als Gegenleistung für diese Pflicht waren sie befugt, Weggelder oder Zölle einzuziehen. In Graubünden waren dies bis gegen Ende des Mittelalters die Bischöfe von Chur, an die das Zollregal, das heisst das vom König oder Kaiser verliehene Recht der Zollerhebung, vom Reich übergegangen war. Im 14. Jahrhundert begannen auch weltliche Grundherren, wie zum Beispiel die Grafen von Werdenberg-Sargans, sich mit Verkehrspolitik zu bescháftigen. Auch die drei rátischen Bünde, der Gotteshausbund, der Obere Bund und der Zehngerichtebund, eriiessen von Zeit zu Zeit Bestimmungen über die Sicherheit der Transitwege. Man sieht aus den ausführlichen Zolltarifen, dass sich der Staat, beziehungsweise die jeweiligen Inhaber der Staatsgewalt, schon früh um den Transitverkehr bemühten, der sowohl für den Zolleinzieher wie für die Bevölkerung lángs der Durchgangsstrassen von grosser wirtschaftlicher Bedeutung war. Bevor um die Mitte des 19. Jahrhunderts das Zolimonopol zur alleinigen Sache des Bundes wurde, musste das Transitgut ungezáhlte Zollstationen passieren, was die Frachtkosten ganz erheblich erhöhte. Auf der Splügenroute beispielsweise musste viermal Zoli oder Weggeld entrichtet werden: an der Tardisbrücke oder der Oberen Zollbrugg bei Landquart, in Chur, in Reichenau sowie in Chiavenna. Wie funktionierte nun aber der Transport? Wie war der Verkehr organisiert? Die Spedition von Kaufmannswaren über die Alpenpásse wurde durch einheimische Saumer besorgt. Zur Wahrung ihrer eigenen Interessen und derjenigen ihrer Gemeinden gegenüber den Spediteuren in den Handelsmetropolen des Südens - Chiavenna, Mailand, Como, Bellinzona, Genua - und des Nordens - Nürnberg, Augsburg, Lindau, Chur - schlossen sich die im Fuhrgewerbe tátigen Talbewohner schon im 14. Jahrhundert auf genossenschaftlicher Ebene zu sogenannten Portén zusammen. Diese könnte man als Fuhrmannszünfte bezeichnen. Solche Portén entstanden im gesamten Alpengebiet, so in Bayern, im Tirol, in Graubünden und in Uri. Sie umfassten einige benachbarte Gemeinden oder auch ganze Talschaften und hatten die Monopolisierung des Wa-