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EinführungObwohl die ersten europäischen Kolonien auf dem Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika bereits im 16. und 17. Jahrhundert entstanden, blieb der größte Teil des Landes bis ins 19. Jahrhundert hinein ein weitgehend unberührtes Territorium mit unwegsamen Urwäldern, endlosen Grassteppen, grandiosen Gebirgen, fruchtbaren Ebenen und ausgedörrten Wüsten. Nur dünn von den Stämmen nomadisierender Indianer besiedelt, schienen die unendlichen Weiten zwischen Atlantik und Pazifik auf den Zugriff all jener zu warten, die sich des natürlichen Reichtums bemächtigen wollten, der dort im Überfluß vorhanden war.Die Spanier eigneten sich - von Mittelamerika kommend - im 16. Jahrhundert die westlichen und südwestlichen Teile Nordamerikas an, die französischen Einwanderer gründeten im Mississippi-Delta die Kolonie Louisiana, und die Engländer konzentrierten sich auf die Gebiete an der Ostküste. Die älteste englische Kolonie, Virginia, entstand 1607. Ab 1620 gründeten die sogenannten Pilgerväter - das waren in England verfolgte Puritaner - die Kolonien Plymouth, Massachusetts, Connecticut und Rhode Island, und 1682 entstand unter der Führung William Penns der Quäkerstaat Pennsylvania.Neben religiösen und politischen Emigranten, die der Enge und Unfreiheit des absolutistischen Europas entflohen, kamen bald auch Wirtschaftsemigranten und Glücksritter, die jenseits des Atlantik das Land der unbegrenzten Möglichkeiten vermuteten und als Farmer, Pelztierjäger und Goldwäscher ihr Auskommen suchten. Der Ausbeutung des natürlichen Reichtums waren aber durch den Mangel an Arbeitskräften Grenzen gesetzt. Darum wurden in die südlichen Kolonien Virginia, Georgia und Carolina ab etwa 1700 immer mehr Negersklaven eingeführt, die mit ihrer Fronarbeit die Anlage und Unterhaltung riesiger Tabak-, Indigo-und Baumwollplantagen ermöglichten.Das wachsende Selbstbewußtsein der europäischen Kolonisten führte ab 1763 zum Konflikt der 13 englischsprachigen Kolonien mit dem Mutterland. Politisch unvernünftige Einmischungen Londons in die Belange der Siedler und die Erhebung immer neuer Steuern - z. B. einer Teesteuer - führten 1773 zur sogenannten Bostoner Teaparty, bei der aufgebrachte Kolonisten Teeballen der Ostindien-Company in den Hafen warfen, worauf der britische Gouverneur Truppen gegen die Rebellen einsetzen ließ. Dieser Vorfall war das Signal zur Revolution. Der amerikanische Kongreß entschloß sich zum bewaffneten Widerstand und ernannte George Washington, den späteren ersten Präsidenten, zum Oberbefehlshaber der Armee. Mit dem Gefecht von Bunkers Hill 1775 brach der Unabhängigkeitskrieg aus. Am 4. Juli 1776 wurde mit der Decla-ration of Independence die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika verkündet, die sich aber erst 1781 mit Unterstützung französischer Truppenmilitärisch realisieren ließ und 1783 im Frieden von Versailles auch von England anerkannt wurde.Die Geschichte der USA ist eines der faszinierendsten Kapitel der Weltgeschichte überhaupt. Zum ersten Mal wurde hier von Menschen fast aller Völker und Rassen nach den Prinzipien von Humanität und Demokratie ein modernes Staatswesen gestaltet, dessen freiheitliche Verfassung die einzige der Welt ist, die jedem Bürger das Recht auf Glück zuerkennt. Da die Einzelstaaten aber sehr unabhängig voneinander sind und unterschiedliche Rechtssysteme hatten und haben, gab es trotz dieser großen Ideale Sklaverei, Rassendiskriminierung und die systematische Dezimierung der indianischen Ureinwohner. Obwohl diese Erscheinungen das Bild der amerikanischen Demokratie verdunkelten, blieben ihr doch ihre idealistischen Züge immer erhalten. Mit moralischer Unerbittlichkeit, gelegentlich bis an den Rand der Selbstzerstörung, hat sie durch ihre ganze 200jährige Geschichte den Traum von der Freiheit und dem Glück aller ihrer Bürger zu verwirklichen gesucht.Eine der größten Bewährungsproben dieser Art war der Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten, der 1865 zur Abschaffung der Sklaverei führte. Zwar dauerte es weitere hundert Jahre, bis die ehemaligen Sklaven in allen Staaten der Union wirklich gleichberechtigt waren, aber dieses Beispiel, das für viele andere steht, mag zeigen, daß der Wunsch der Amerikaner, ihre gesellschaftliche Wirklichkeit den Geboten der Verfassung anzunähern, nie zur Ruhe gekommen ist. Trotz aller Mängel ist die amerikanische Gesellschaft darum noch immer die freieste der Welt, und die daraus resultierende gelassene Selbstsicherheit ihrer Bürger hat die USA zum erfolgreichsten Gemeinwesen der Geschichte werden lassen. Die atemberaubenden Pionierleistungen im 19. Jahrhundert, die Errichtung gewaltiger Industrien im 20., die Fülle von Erfindungen und Entdeckungen, die Erreichung von gesichertem Wohlstand für die Mehrheit der Menschen, die Landung auf dem Mond und, nicht zuletzt, die enormen zivilisatorischen und kulturellen Leistungen - all dies wäre ohne den Geist der Freiheit nicht möglich gewesen.Von all dem können die Bilder in unserem Buch nichts oder nur wenig zeigen. Was sie uns vorführen, ist die Schönheit der Landschaft, die moderne Architektur der Städte, die gegensätzliche Vielfalt zwischen den Gebirgen Alaskas und der Sandwüste Neu-Mexikos, zwischen den Wäldern von Vermont und den Stränden von Hawaii.Heute, im Zeitalter des Massentourismus und der Billigflüge, ist ein Besuch der USA für jedermann möglich. Für alle, die schon einmal da waren, wird dieser Band ein Erinnerungsalbum sein; alle, die die Reise aber noch vor sich haben, sollen durch das Buch ermutigt werden, dieses großartige und liebenswerte Land kennenzulernen.1 Old Glory, die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika; die 13 Streifen symbolisieren die 13 Gründerstaaten, die 50 Sterne die 50 Staaten, die heute dem Bund angehören.