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Vénedig, die heute von Sehnsucht, Begeisterung und Liebe umworbene Schatzkammer edelster Kunst, entstand nicht in glücklicher geschichtlicher Stunde, sondern in den noterfüllten Jahren dér grófién Völkerwanderung des 5.Jahrhunderts, im Todeskampf des Weströmischen Reiches. Damals flohen Bewohner dér machtigen, reichen Festlandstádte von Aquüeia bis Patavium vor den eindringenden Feindesheeren auf die bis dahin kaum besiedelten Aachen Werder inmitten dér Lagune zwischen Grado und Chioggia und fanden dórt eine neue Heimat. Auf diesen sandigen Inseln blühte in den folgenden Jahrhunderten, als das nahe venetische Festland von den Langobarden bedroht und erobert wurde, unter dem Schutze des Oströmischen Reidies eine Reihe glanzerfüllter Stádte, unter ihnen vor allém Vénedig, auf. Die ungeheueren Gefahren, welche die insulare Existenz Venedigs dauernd bedrohten, wurden dank dem Opferwillen und dér Kampfesfreude seines Volkes, durdi kluge Staatsführung, vor allém aber durch fanatisches Vertrauen auf göttlidien Schutz und die sakrale Weihe dér Stadt gebannt. Dennoch führte das Schicksal sie zwar zu immer stolzeren Triumphen, aber auch wiederholt hart am Untergange vorbei. Zűr mittelalterlichen Weltmacht jedoch wuchs die Republik J