Bővebb ismertető
Bautzen kann heute auf ein mehr als tausendjáhriges Bestehen zurückblicken. Zwar fand man Siedelspuren auch aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit, doch erhielt Bautzen erst als Fürstensitz der sorbíschen Milzener im 10. Jahrhundert den Charakter einer vorstádtischen Siedlung. Nach der Erhebung zur Stadt im 12. Jh. dehnte sich Bautzen rasch auf das Gebiet innerhalb der Wallanlagen aus und verharrte dann bis zur Mitte des 19. Jh. in diesen Grenzen. Mit der industriellen Revolution und dann in unseren Tagén vervielfachten sich die bebaute Fláche und die Einwohnerzahl der Stadt in historisch kurzer Zeit. Diese grundsátzlich positive Entwicklung brachte allerdings auch Schwierigkeiten mit sich, die nicht nur durch das ráumliche und bevölkerungsseitige Wachstum bedingt waren. Zu den ursprünglichen stádtischen Funktionen Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Warenaustausch gesellten sich neue wie Gesundheitswesen, Volksbildung, Kultur, Stadttechnik, Versorgung, Sport und Erholung, für die das bisher Gebaute nur unzureichend Raumbot. Selbstverstándlich veránderten sich auch die altén Funktionen Wohnen, Arbeiten, Handel und besonders der Verkehr qualitativ und quantitativ. War im Mittelalter der Verkehr noch ein wohlproportionierter Bestandteil des Stadtorganismus, so wuchs er in der Neuzeit infolge baulicher Verdichtung, zehnfacher Stadterweiterung, Umfunktionierung der Altstadt zum Zentrum einer Mittelstadt und schliefílich infolge des Aufkommens der Kraftfahrzeuge zu einer solchen Stárke an, daft andere Stadtfunktionen behindert, mitunter sogar zum Erliegen gebracht wurden. Für die Gesundung des Stadtorganismus müssen daher bauliche und organisatorische MaGnahmen durchgeführt werden, die alle Stadtfunktionen einschliefílich des Verkehrs wieder in ein ausgewogenes Verháltnis zueinander bringen. Es ist jedoch - und gerade bei einer historisch so bedeutsamen und denkmalwerten Stadt wie Bautzen - wichtig, sich zuvor über das Entstehen der Disproportionen Klarheit zu verschaffen. Das Wissen um die geschichtlichen Entwicklungsprozesse bleibt damit nicht nur interessanter Selbstzweck, sondern fördert das ríchtige Erkennen und Verstehen verkehrlicher und stádtebaulicher Probleme und Mafínahmen in Gegenwart und Zukunft. Die Füllé der Probleme zwingt dazu, sich im Rahmen dieses Buches auf die Verkehrsund Baugeschichte der Stadt zu beschránken. Die historische Entwicklung der Funktion Verkehr und der Stadt als Ganzes erhált hier den Vorrang, wáhrend die anderen Stadtfunktionen sowie gesellschaftliche und soziale Verháltnisse nur zum Verstándnis des Hauptthemas abgehandelt werden können. Für die Darstellung der Verkehrs- und Stadtbaugeschichte selbst müssen zunáchst die vorhandenen Erkenntnisse zur Verkehrsund Stadtentwicklung von Bautzen und in der Oberlausitz gesammelt und kritisch beurteilt werden, anschliefíend sind Wider-