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Erstes Kapitel Reiseland JapanJapan: Paradies des Fremdenverkehrs? Seit beinahe achtzig Jahren wird diese Formel wiederholt, und sie ist zugleich richtig und falsch. Richtig, weil dieses Land viel zu bieten hat: ein Klima, das unvergleichlich viel angenehmer ist als das der anderen Länder Ostasiens, farbenprächtige Straßen, die eine Freude für den Photographen sind, ungemein gastfreundliche Menschen, Gebräuche, die zunächst gar nicht so fremdartig wirken, sich jedoch bald als sehr überraschend offenbaren; eine große Liebe zu Volksfesten, den Reiz der Landschaft, eine wunderbare Natur, die dabei stets nach >Menschenmaß< gebildet bleibt, Tempel, nicht nur schön an sich, sondern auch herrlich gelegen; Gasthäuser, in denen man mehr Geschmack und Ruhe findet als irgendwo sonst auf der Welt, handwerkliche Arbeit, die von erstaunlichem Geschick zeugt, eine Atmosphäre erlesener Kultur.Falsch, weil Japan seine Reichtümer nur schlecht hervorzukehren versteht, weil seine Fremdenverkehrsbüros im Ausland so gut wie nicht vorhanden sind, weil die Japaner ihr Land nur sehr schlecht zeigen können sie beschränken sich darauf, Stätten des alten Japans bekannt zu machen, und geben auf diese Weise selbst den Anlaß zu den falschen Vorstellungen, die man über sie hat , falsch, weil das Land praktisch keine Straßen hat, die dieses Namens würdig wären. Um die Staatsstraße Nr. I im Auto ganz abzufahren, sie führt von Tokyo nach Na-goya, Kyoto und Osaka (500 km, für die man im Flugzeug anderthalb Stunden braucht, im Zug acht Stunden), benötigt man zwei bis drei Tage und sehr viel Glück. Die Formel trifft auch deshalb nicht zu, weil die Behörden sich sehr kleinlich zeigen können heute ist das zwar nur noch selten, aber wenn ein Tourist versucht, seinen Wagen im Transit einzuführen, wird er einen Begriff davon haben, was japanische Bürokratie bedeuten kann. Tokyo und Osaka haben verhälmismäßig wenige nach europäischem Vorbild geführte Hotels, und der Tourist findet sich durch den Mangel an Hotels und Straßen, auch da er sich außerhalb des