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(Hübschlich, hübschlich, wir sind in Zürich daheim!>.Seit dem 17. Jalirhundert trug das Theater und besonders die Oper zum Glanz europäischer Fürstenhöfe bei, und auch in kunstbeflissenen Bürgerrepubliken wie Hamburg entwickelte sich das Musik- und Theaterleben zu einem weithin strahlenden Höhepunkt, der eidgenössische Vorort Zürich aber verharrte mit seinen kaum 10 000 Einwohnern in ausgesprochener Theaterfeindlichkeit. Das kulturelle Leben wurde von der orthodoxen Geistlichkeit beherrscht, die in Antistes Breitinger ihr wortgewaltiges und politisch einflußreiches Oberhaupt hatte. Nur ungern ließ man hie und da eine der in die Gegend kommenden Wandertruppen auftreten. Als aber die Herren des Regiments, mit den beiden (sich halbjährlich ablösenden) Bürgermeistern an der Spitze, im Ötenbach den Vorführungen einer holländischen Artistengruppe beiwohnten und anschließend die beiden hübschen, in Männerkleidern auftretenden Weibspersonen gar noch zum Mahl in den Schneggen einluden, donnerte Zürichs geistlicher Oberhirte von der Kanzel:Um Gottes willen, Obrigkeit, wo war diese Woche dein Gewissen.' Hübschlich, hübschlich, wir sind in Zürich daheim. Zürich! Zürich! Eine Stadt, welche Gott gesetzt hat auf einen hohen Berg und auf welche deswegen von Ferne und Nah gerichtet sind viele ungleichen Augen. Deswegen haltet inne: Schickt diese Leute fort, gleich auf der Stelle!Und sie wurden fortgeschickt.Für solche Theaterfeindlichkeit hat man oft die Reformation Zwingiis verantwortlich gemacht. Zu Unrecht. Denn just in der Reformationszeit hatte Zürich zum ersten Mal ein eigenes, wenn auch bescheidenes Theaterleben. Der aus Konstanz eingewanderte, 1532 ins Bürgerrecht aufgenommene städtische Wundarzt Jacob Ruof schrieb und publizierte eine ganze Reihe von Schauspielen, die auch aufgeführt wurden. Er dramatisierte die Geschichte11