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Schaut man vom östlichen Weichselufer auf die gegenüberliegende Seite des Flusses, so hat man ein Panorama vor den Augen, das seit Jahrhunderten die großartigste Gesamtansicht Warschaus ist. Im Vordergrund graues, flaches, fast unbewegliches Wasser, und in der Ferne heben sich vom Himmel die Bauten des Königsschlosses und alter Patrizierhäuser mit der braun-roten gotischen St. Johannes Hauptkathedrale und dem emporstrebenden Turm der Jesuitenkirche ab. Früh am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, werden alle Bauten in ihrer Mannigfaltigkeit...
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Schaut man vom östlichen Weichselufer auf die gegenüberliegende Seite des Flusses, so hat man ein Panorama vor den Augen, das seit Jahrhunderten die großartigste Gesamtansicht Warschaus ist. Im Vordergrund graues, flaches, fast unbewegliches Wasser, und in der Ferne heben sich vom Himmel die Bauten des Königsschlosses und alter Patrizierhäuser mit der braun-roten gotischen St. Johannes Hauptkathedrale und dem emporstrebenden Turm der Jesuitenkirche ab. Früh am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, werden alle Bauten in ihrer Mannigfaltigkeit und Vielfalt sichtbar, während in Abendstunden die Altstadt nur in Umrissen als eine Dach- und Turmmosaik erscheint.Diese Landschaft hatte schon immer etwas Faszinierendes an sich. Große Künstler des 16. Jahrhunderts pflegten dieses Bild in Holzschnitten und Stichen darzustellen, ihre Nachfolger bildeten es mit Bleistift und Pinsel nach. Das erste Gemälde, das das Panorama Warschaus darstellt, stammt vom Niederländer Christian Melich, der in den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts auf dem Hofe des Königs Sigismund III. als Maler tätig war. Im Jahre 1656 zeichnete Erik Jönsen Dahlbergh aus Schweden das Warschau von damals, das heute die Altstadt genannt wird. 1770 entstand ein Bild, das von Kunstkennern für die schönste Darstellung des alten Warschaus gehalten wird. Dieses Ölgemälde stammt von dem weltbekannten Venezianer Bernardo Belotto-Ca-naletto, Hofmaler des Königs Stanislaw August Poniatowski. In den nachfolgenden Jahrhunderten entstanden immer wieder neue Darstellungen dieses Stadtteils, auch heute noch ist diese Gegend ein Motiv, das bei Künstlern und Fotografen besonders beliebt ist.Das hohe, steile Weichselufer, das sog. Skarpa Warszawska, ist die einzige Aufhebung auf dem Gebiet, wo seit 700 Jahren die Stadt Warschau ihren Sitz hat. Dieser Abhang, einst durch die in die Weichsel mündenden Fluß- und Bachbetten geprägt oder durch Schluchten durchschnitten, die den Übergang über den Fluß möglich machten, bat günstige Besiedlunsmöglichkeiten. Bereits im 10. Jahrhundert gab es auf dem Gebiet des heutigen Groß-Warschaus mehrere Besiedlungszentren. Im 11. Jahrhundert entwickelte sich bald die Siedlung Kamion, die auf dem östlichen Weichselufer gelegen war, dort, wo es einenFlußübergang gab. Auf dem gegenüberliegenden Ufer lag die Siedlung Solec, deren Einwohner vor allem Handwerk und Handel betrieben. In der Nähe von Solec, auf dem hohen Ufer, das gegen feindliche Überfälle gut schützte, wurde ein hölzernes Kastell der masowischen Könige der Provinz Czersk - Jazdów errichtet. Diese Burg samt Solec bildeten zusammen einen für slawische Gebiete typischen Komplex frühstädtischer Besiedlung. Es bestand aus einer festen Herzogsburg, dicht an ihr angeschlossener Siedlung und einem Marktplatz, der aller Wahrscheinlichkeit nach in Solec lag.Die ersten Informationen über die Herzogsburg in Jazdów finden wir in den Chroniken aus dem Jahre 1262. Daraus erfahren wir auch, daß diese Burg schon 1281 in brudermörderischen Kämpfen der masowischen Herzöge vernichtet worden ist. In dem Lazienki-Park, auf dem Gebiet des heutigen Ujazdów (früher Jazdów), wurden Reste alter Erdwälle, Festungsgräben und Elemente von Holzbauten aus dem 13. Jahrhundert ausgegraben.Nach der Vernichtung im Jahre 1281 wurde die Burg von Jazdów nicht wiederaufgebaut. Einige Kilometer westlich von Jazdów, wurde wahrscheinlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine neue Herzogsburg gegründet, dort, wo heute das Königsschloß seinen Sitz hat. Dieser Ort, auf dem hohen Weichselufer, in der Nähe des kleinen Flusses Kamionka (wo heute die Trasa W-Z verläuft) bat eine strategisch günstige Verteidigungsposition. Die meisten Historiker sind der Ansicht, daß mit der Gründung der Burg auch eine der Burg angeschlossene Siedlung enststand, die vorwiegend von Handwerkern bewohnt war. Es läßt sich nicht eindeutig feststellen, welcher der masowischen Herzöge der Gründer der neuen Burg Warschau war. Es konnte Konrad IL oder sein Bruder Boleslaw IL gewesen sein, der seit 1294 über das ganze Gebiet Masowiens herrschte.Um die Wende des 13. und 14. Jahrhunderts setzten sich die, für das Mittelalter typischen Veränderungen in der Struktur, der an der Burg angelgten Siedlung durch: es wurde eine schachbrettartige Aufteilung eingeführt, mit einem quadratischen Marktplatz, von dessen Ecken je zwei Straßen abgeleitet wurden. Die Siedlung nahm ihren Aufschwung zur Stadt und entwickelte sich zu einem lebhaften Handelsplatz. Sie war von

Termékadatok

Cím: Warschau [antikvár]
Szerző: Jerzy Lileyko
Kiadó: Festina Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 8390069008
Méret: 240 mm x 310 mm
Jerzy Lileyko művei
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