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DIE STADT DER HOFFNUNG Sunt alii toto cataphracti corpore pisces; Scutum Sireni squama sit una satis. An das Wappen von Warschau, 1679 I. In der heute schon zahlreichen Familie europáischer Hauptstádte ist Warschau eines der jüngsten Kinder, was aber nicht heiBen soll, daB es zu den kleinsten oder geringsten gehört. Als Stadt jünger denn Prag und sogar Berlin und Stockholm - seine Gründung falit ins letzte Viertel des 13. Jahrhunderts - wurde Warschau erst gegen Ende des 16.Jahrhunderts königliche Residenz, Hauptstadt jedoch nicht früher als zur Regierungszeit Stanislaus Augusts, des letzten Königs von Polen (1764--1795), unter dessen Herrschaft die Einwohnerzahl Warschaus 100000 erreichte. In jener für Polen tragischen Umbruchszeit beginnt eine stürmische Entwicklung der Stadt. Sie wurde zwar durch den Untergang der Republik (1795) gehemmt, jedoch vermochten auch die 120 Jahre der Unfreiheit (1795-1918) es nicht, sie tatsáchlich aufzuhalten oder ihr eine den Wünschen der Eroberer entsprechende Richtung zu geben. Die von allén Seiten durch einen Gürtel drohender Festungsmauern eingeengte Stadt, deren normálé territoriale Entwicklung unmöglich war, vergröBerte dennoch standig ihre Einwohnerzahl. lm Jahre 1893 war es schon eine halbe Millión, 1925 eine Millión, 1939 1 300000. Es unterliegt keinem Zweifel, daB diese Zahl in den náchsten zehn Jahren auf 1 500000 angewachsen wáre - wenn nicht die schrecklichen Ereignisse des Jahres 1944 diesem rapiden Aufstieg ein jáhes Ende bereitet hatten. Denn nach der Niederschlagung des gegen die Hitlerokkupanten gerichteten Aufstandes wurde die ganze Stadt links der Weichsel von den Aggressoren zerstört, ihre Bevölkerung vertrieben und in alle Teile Polens und Deutschlands zwangsweise abtransportiert. Das ist in der Geschichte Europas ein Ereignis von solchem AusmaB und solcher Tragik, daB