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Der Wedding: seit 1920 ein Verwaltungsbezirk von GroB-Berlin. Doch schon sechzig Jahre zuvor waren die Gebiete Wedding und Gesundbrunnen Teile der Stadt Berlin geworden - gegen den Willen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Die Menschen, die auf dem Wedding" wohnten, hatten es nie besonders leicht. Man interessiertesich wenigfür ihre Lebensumstánde, hieltsiefür arme Schlucker", von denen nichts zu erwarten war, und auch sonst gab es genügend Vorurteile über den Wedding und seine Bewohner, bis in unsere Zeit hinein. Eine...
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Der Wedding: seit 1920 ein Verwaltungsbezirk von GroB-Berlin. Doch schon sechzig Jahre zuvor waren die Gebiete Wedding und Gesundbrunnen Teile der Stadt Berlin geworden - gegen den Willen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung. Die Menschen, die auf dem Wedding" wohnten, hatten es nie besonders leicht. Man interessiertesich wenigfür ihre Lebensumstánde, hieltsiefür arme Schlucker", von denen nichts zu erwarten war, und auch sonst gab es genügend Vorurteile über den Wedding und seine Bewohner, bis in unsere Zeit hinein. Eine der bekanntesten Schilderungen des 19. Jahrhunderts stammt von Theodor Fontane. In seinen ,Wanderungen durch die Mark Brandenburg" notierteer: Der sogenannte .Wedding' beginnt, und an die Stelle der Füllé, des Reichtums, des Unternehmungsgeistestreten die Bilder jener prosaischen Dürftigkeit, wie sie dem márkischen Sande ursprünglich eigen sind. Kunst, Wissenschaft, Bildung habén in diesem armen Lande einen schwereren Kampf gegen die widerstrebende Natúr zu führen gehabtalsvielleichtirgendwoanders." Und in dem 1846 erschienenen Román Die Hősen des Herrn von Bredow" von Willibald Alexis heiBt es über die Frühzeit des heutigen Bezirks kurz und knapp: Über dem Wedding kreisten Schwárme von Rabén. Wer da nichts zu schaffen hatte, blieb hinweg." Der Name Weddingtauchtzum erstenmal in einer markgráflichen Urkunde aus dem Jahre 1251 auf. In diesem Dokumentist die Rede von einem Dorf, welches Weddinge hieB" - villa, quae Weddingevocabatur", wie in dem latéinischen Textsteht. Eshandelt sich um eine Schenkungsurkunde, in der dem Nonnenkloster zu Spandau eine Mühle an der Panke übereignet wird. Das Dorf selber, gegründetwahrscheinlich um1200 von einem Adligen namens Rudolf de Weddinge, war zu diesem Zeitpunktalso schon verschwunden. Gründe dafür lassen sich aus den Quellen nichtermitteln. Übrig blieb von dem DorfWeddinge"auBerder Mühle nur noch der Gutshof und vielleicht eine Kirche. AchtunddreiBigJahrespáter.am Fest Maria Himmelfahrt1289, wurde eine weitere, die Besitzverháltnisse auf dem Wedding betreffende Urkunde ausgefertigt. Markgraf Ottó V. lieB seine guten Bürger von Berlin" wissen, daB er ihnen für ihre vielfachen Dienste das wirkliche Lehensgut und den mit dem Hofe auf dem Weddinge verbundenen Lehenstitel" zu ewigem Besitze gebe. Damit war der Wedding Berliner Grundbesitz geworden. Die Ácker und Wiesen wurden spáter an die Tuchmachergilde verpachtet. 1601 entstand ein neuer Gutshof, wahrscheinlich zwischen dem heutigen Nettelbeckplatz und der WeddingstraBe. Einige Zeit danach wurde das Gut kurfürstliche Dománe, Prospect des Gesundbrunnens bei Berlin" Kupferstich von Joh. Dávid Schleuen, um 1770 doch das Interesse der Herrscherfamilie an diesem Besitz blieb gering; schlieBlich wurde die Bewirtschaftungganzeingestellt Es ist bezeichnend, daB noch Friedrich Nicolai in seiner 1786 erschienenen Beschreibung der Königlichen Residenzstádte Berlin und Potsdam" dem Wedding nur wenige Zeilen widmet. Sie lauten: Der Wedding, ein Vorwerkund Scháferey. Markgraf Ottó V. der Lange gab es 1289 der Stadt Berlin zu Lehen. lm Anfang des vorigen Jahrhunderts besaB es der Kurfürstl. Geheimrath HieronymusGrafSchlickzu Passau. Anjetztgehöretesdem Besitzer des Friedrichsgesundbrunnens, als ein Erbzinsgut." Auf den Namen Friedrichs-Gesundbrunnen hatte der Hofapotheker Friedrichs II., Heinrich Wilhelm Behm, eine1760 von ihm eröffnete Bade-, Heil-undTrinkanstaltgetauft. Einegutzehn Jahre zuvor an der Panke - auf dem heutigen Grundstück BadstraBe 39 - entdeckte eisenhaltige Quelle machte es möglich. Der König förderte das Projekt seines gescháftstüchtigen Apothekers und stiftetefür die Herstellung der Badewannen sogar eine máchtige Eiche. Behm muBte sich dafür verpflichten, jáhrlich sechs kranke Soldaten frei baden zu lassen. Neben der Verabreichung von Bádern, besonders bei rheumatischen Leiden, wurde der Brunnen auch zum Trinken benutzt. In der Spenerschen Zeitung" stand im Mai 1761 zu lesen: DiesesGesundheits-Wasserwird in hitzigen Fiebern mitgroBem Nutzengetrunken, auch

Termékadatok

Cím: Wedding [antikvár]
Szerző: Richard Schneider
Kiadó: Nicolaische Verlagsbuchhandlung
Kötés: Vászon
ISBN: 3875841220
Méret: 230 mm x 240 mm
Richard Schneider művei
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