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A. DAS INNERE DES DOMES I. Der Hochchor
Der Chor ist der älteste Teil des gotischen Domes, 1248 durch den Erzbischof Konrad von Hochstaden begonnen, 1320 in Benutzung genommen und 1322 durch Erzbischof Heinrich von Virneburg konsekriert. Um die Zeit der Weihe ist die Entstehung der gesamten Ausstattung anzusetzen: Die Fenster des Obergaden, die 14 farbigen Chorpfeilerfiguren, der Hochaltar, das Chorgestühl und die zugehörige Wandmalerei auf den Chorschranken. Unter dem Chorboden sind durch Ausgrabungen (seit 1946) die Fundamente eines römischen Tempels und die Grundmauern von fünf voraufgegangenen Kirchen aus merowingischer und karo-lingischer Zeit bekannt geworden. Seit eineinhalb Jahrtausenden also wird in diesem heiligen Bereich christlicher Gottesdienst gehalten.
* 1. Der Mittelpunkt des Chores ist der Hochaltar. Er hat die Form eines ins Riesige ausgedehnten mittelalterlichen Tragaltares. Der Kern ist aus Trachyt gemauert. Die eigentliche, rundum stark vorkragende schwarze Altarplatte besteht aus einem einzigen Stück. An den vier Seiten ist die Mensa mit schwarzem Marmor verkleidet, dem eine weiße Blendarchitektur vorgesetzt ist, wo unter den gotischen Arkaden Figuren von Aposteln, Propheten und Heiligen stehen und deren breitere Mittelfelder die Jugendgeschichte Jesu resp. das Marienleben zeigen : Südlich die Verkündigung, östlich die Anbetung der Hl. Drei Könige und nördlich die Darbringung Jesu im Tempel. An der westlichen Vorderseite ist die Krönung Mariens inmitten der 12 Apostel dargestellt. Abb. Seite 3. Mensaplatte aus den Ardennen, Länge 452 cm, Breite 212 cm, Dicke 25 cm. Die 38 bis 42 cm hohen weißen Marmorplastiken stammen von lothringisch beeinflußten Kölner Bildhauern, um 1320. Nur die chor-wärts gerichtete westliche Altarseite hat noch die vollständig originale Figurenreihe. An der Rüde- und an den Schmalseiten sind die Plastiken nach den Originalen im Schnütgen-Museum zwischen 1899 und 1904 durch Kopien von Iven ersetzt.
* 2. Der Dreikönigenschrein ragt hinter dem Hochaltar auf. Er hat die Form einer dreischif-figen Basilika und birgt im unteren breiteren Teil die Gebeine der drei Hl. Weisen aus dem Morgenland (Math. Kap. 2), die im Jahre 1164 durch den Erzbischof Reinald von Dassel aus Mailand nach Köln überführt wurden. Der
obere, schmale Schreintcil umschließt die Reliquien der Heiligen Gregor von Spoleto, Felix und Nabor. Dieses bedeutendste Werk mittelalterlicher Goldschmiedekunst hat Nikolaus von Verdun 1181 begonnen. Von ihm stammt die Gesamtkonzeption und die Ausführung der Reihe der monumentalen und erregt bewegten Sitzfiguren der Propheten (im sog. Muldenfal-tenstil, aus vergoldetem Silber getrieben) an den beiden unteren Langseiten, während die oberen sitzenden Apostelfiguren Schüler- resp. Nachfolgerarbeiten sind. Auf dem unteren Pultdach waren ursprünglich das Leben Jesu, auf dem oberen Satteldach apokalyptische Szenen mit Bezug auf das Jüngste Gericht dargestellt. Die originalen Reliefs der Dächer sind völlig verloren. Diese sind jetzt mit einem sehr bescheidenen Ersatz gefüllt. Die vier übereinander-lagernden Reihen der Langseiten, ursprünglich achsial um eine Mitte fest geordnet, bedeuteten in ihrer Abfolge vier Abschnitte der Heilsgeschichte: Unten die Zeit der Propheten (Zeit unter dem Gesetz), darüber das Leben Jesu (Zeit in der Gnade), dann die Apostel (Zeit unter der Gnade - die Zeit der Kirche) bis zum Jüngsten Gericht (die Endzeit) - eine Anordnung, die der am Klosterneuburger Altar desselben Meisters entspricht. Die altarwärts stehende Stirnseite, wohl von Kölner Goldschmieden in der Nachfolge des Heribertusschreines geschaffen, trägt einen Figurenschmuck aus purem Gold, das Otto IV. um 1204 zusammen mit ungemein kostbaren antiken Gemmen und Kameen für den Schrein stiftete.
Die getriebenen, goldenen Figuren der Schreinfassade stellen die dreifache Epiphanie Christi dar; unten links: Die Hl. Drei Könige (Erscheinung Christi an die Heiden), rechts die Taufe Jesu (Offenbarung der Gottheit Christi an die Juden) und im oberen Schreinteil der sitzende Christus beim Jüngsten Gericht (Christus erscheint allen Völkern). Hinter der mittleren Trapezplatte mit ihren drei großen Steinen ruhen die Häupter der Hl. Drei Könige. Die Rückseite, wohl nach 1215-1220 entstanden und wie die Langseiten aus vergoldetem Silber, bietet im unteren Bereich die Passion Christi (Geißelung und Kreuzigung Christi), im oberen die Auszeichnung der Heiligen Felix und Nabor durch die zwischen ihnen stehende Gestalt Christi. Im Dreieck darunter steht die Büste des Erz-
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Hochaltar mit Dreikönigenschrein (Siehe Nr. 1,2)