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DIE WARTBURG
Weimar fängt im Westen mit der Wartburg an und endet östlich in Jena. Im Laufe der Jahrhunderte sind diese drei Stätten deutschen Geisteslebens durch tausendfältige Bindungen und Wechselbeziehungen kultureller Art zu einer geistigen Einheit zusammengeschmolzen.
Die Wartburg ist das erste große Aufklingen des Thüringer Geistes, jener eigentümlichen Mischung aus westlichem und östlichem Fühlen, das auch aus dem Landgrafen Hermann spricht; der Heinrich von Veldeke mit Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide !an seinen Hof rief, einer der vielen bedeutenden Köpfe der Hohenstaufenzeit.
Die Thüringer gehören nicht wie die Sachsen, Franken, Schwaben und Bayern den sogenannten Alt-, sondern den Nebenstämmen an. Ihr Land iist Übergangsgebiet, oft get-teilt, stets zerrissen. Seit 1826 bestandien neun Kleinstaaten, die Karl August vergeblich auf dem Wiener Kongreß zu einigen versucht hatte. Nach 1918, als durch die Weimarer Republik die Kleinstaaterei bis zu einem gewissen Grade beseitigt wurde, kam Sachsen-Koburg durch Volksabstimmung an Bayern; die einzige thüringische Großstadt, Erfurt, blieb preußisch.
Aber das verbindende Glied konnte sich kulturell besonders ausdrücke^ da es die Nachbarstämme, vor allem Sachsen, fortlaufend beeinflußten. Und wenn auch niemals ein Thüringer im eigentlichen Sinne Kaiser wurde - Günther von Schwiarzburg wurde 1349 als Gegenkaiser gewählt,