kategória
szerző
cím
sorozat
kiadó
ISBN
évszám
ár
-
leírás
Előrendelhető
A mezők bármelyike illeszkedjen
A mezők mind illeszkedjen

 
WIEN IST ANDERSHier ist alles anders, als es scheint, anders, als es heifit, anders, als Sie es erwarten.Vor allém: Die Stadt Wien liegt nicht an der Donau. Sie liegt an dem FluB namens Wien, welcher kein FluB ist und an dem sie eigentlich auch nicht liegt. Denn sobald er (der FluB) sich ihr (der Stadt), sacht und sparlich heranströmend, genahert hat, wird sie (die Wien) versteckt und schlieBlich auch noch überwölbt.Nur mit dem letzten Stiick ihres Laufes bietet die Wien das, was Flüssen, an denen Stadte liegen, zukommt: sie tritt zutage...
online ár: Webáruházunkban a termékek mellett feltüntetett fekete színű online ár csak internetes megrendelés esetén érvényes.
3480 Ft
Szállítás: 3-7 munkanap
Részletesen erről a termékről
Bővebb ismertető
WIEN IST ANDERSHier ist alles anders, als es scheint, anders, als es heifit, anders, als Sie es erwarten.Vor allém: Die Stadt Wien liegt nicht an der Donau. Sie liegt an dem FluB namens Wien, welcher kein FluB ist und an dem sie eigentlich auch nicht liegt. Denn sobald er (der FluB) sich ihr (der Stadt), sacht und sparlich heranströmend, genahert hat, wird sie (die Wien) versteckt und schlieBlich auch noch überwölbt.Nur mit dem letzten Stiick ihres Laufes bietet die Wien das, was Flüssen, an denen Stadte liegen, zukommt: sie tritt zutage und flieBt, allgemein sichtbar, angenehm in die Stadtlandsehaft einbe-zogen, der Mündung zu, die sie aber allzu bald erreieht. Sie ziert den Wiener Stadtpark, sie scheidet das Kriegsministerium, das keines mehr ist, von der GroBmarkthalIe (die so genannt wird, obwohl sie langst nicht mehr so heiBt) und dem Hauptzollamt (das so genannt wird, obwohl es langst nicht mehr so heiBt) und schon mündet sie, aber beileibe nicht in die Donau, sondern in den Donaukanal, an dem Wien gleichfalls liegt, der aber kein Kanal ist, sondern ein Arm der Donau.Das Bett der Wien ist groBmachtig, tief und breit, aufwendig gestaltet und fast völlig trocken. Sieht man ganz genau hin, dann und nur dann erblickt man dort untén ein lácherlich spár-liches Gerinnsel. Dieser FluBzwerg im riesigen FluBbett wirkt, als würde ein groBmáchtiges zweischlafriges Himmelbett von einem Baby eingenommen. Und man meint, GroBmannssucht oder GröBenwahn hatten dieses MiBverhaltnis auf dem Gewissen: die groBe Stadt wollte um jeden Preis den namengebenden FluB aufwerten. Doch weit gefehlt! Die kleine Wien, auBerlich harmlos und unschádlich, wurde immer wieder von heute auf morgen gefáhrlich; so lange pflegte sie zur Frühjahrszeit immer wieder aus ihren Ufern zu treten und Schaden anzurichten, bis der groBe Biirgermeister Dr. Kari Lueger die Regulierung und Assanierung durchsetzte. Wer sich der Stadt vom Westen her nahert, sieht die grofízügigen Anlagen und den kleinen Wasserlauf, ehe er versteckt dahinflieBt: unscheinbar, unauffállig, harmlos, idyllisch-gemütlich, doch von Natúr aus damonisch-bedrohlich ein Wahrzeichen wider Willen, ein Symbol, ein Leitmotiv.Die Feststellung dieser wienerischen Doppelgesichtigkeit harmlos-dámonisch ist nicht neu, aber doch auch wieder nicht so alt, wie man glauben könnte. Wien gefiel sich lange, allzu lange in der Rolle einer Hauptstadt der Lebensbejahung, Lebensfreude, Lássigkeit, was ihr unter anderen von Goethe und Schiller (Immer ist's Sonntag, es dreht immer am Herd sich der SpieB") und von Grillparzer (Entnervend weht dein Sommerhauch, du Capua der Geister") attestiert wurde. Wien tat nichts dagegen, daB man die Devise Das Leben ein Tanz" in die Wiener Musik hineinhörte, daB Tanzen und Tanzmusik als Selbstdarstellung, nicht als Ausweg als Diagnose, nicht als Therapie aufgefaBt wurden.Wien schien noch bis in die Spatzeit der Operette und die Pionierjahre der Tonfilmindustrie fesch und resch und fidel. Erst die zweifache Katastrophe von apokalyptischen AusmaBen mit ihrer zweifachen besonderen Heimsuchung der Stadt Wien lieB allmahlich die Frage aufkommen, ob der landesübliche Tanz im Dreivierteltakt nicht ein Tanz auf einem Vulkán gewesen sei.Dann, in den lahrzehnten, seit die Stadt Wien aus der Asche des Zweiten Weltkrieges aufgestiegen ist, hat sie ihr Bild neu zu sehen versucht, das Damonische hinter der harmlosen Fassade entdeckt und dabei sozusagen auch ihre Vergangenheit rückwir-kend umgebaut. Immer wieder kann man seither von verniinftigen und nachdenklichen Wienern hören, daB Wien gar nicht so sei, wie das Klischee es wahrhaben will; auf diese Negation des Wien-Klischees stöBt man seither derart haufig, daB sie ihrerseits schon zum Klischee zu werden droht.Und das mag damit zusammenhángen, daB die Stadt Wien 1955 mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages und dem Neube-ginn der österreichischen Souveránitat in eine neue, sehr überra-schende Phase ihrer Existenz eintrat, mit der sie fertigzuwerden hatte.Verfolgt man die Seelenlage Wiens in die Vergangenheit hinein, wird man immer wieder einer kürzlich abgelaufenen guten altén Zeit" und einer bősen Gegenwart begegnen.Nach dem Zerfall des Reichs in der napoleonischen Ara verdunkelte finsterer Absolutismus das Biedermeier da war die kurze Stabilitat nach dem Wiener Kongrefi die gute alte Zeit. Chaos und Libertinismus schreckten in der sehr heftigen Explosion der Wiener 1848er Revolution sowohl die Konservativen wie die Liberalen, schwarzeste Reaktion triumphierte nach der blutigen Liquidierung der Revolution da wurde das Biedermeier zur guten altén Zeit. Zu Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahr-hunderts brachte der Börsenkrach des schwarzen Freitag" gewaltige soziale und wirtschaftliche Unruhe da waren die vorangehenden, wenn auch hektischen und unsoliden sogenannten Gründerjahre die gute alte Zeit. Um die Jahrhundertwende trat die Zersetzung und Agonie der Donau-Monarchie immer akuter zutage, die Fassade der Prosperitat wurde von nationalen und politischen Spannungen und Katastrophen allmahlich ausgehöhlt. Schon vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte Kari Kraus das Wort von der österreichischen Versuchsstation des Welt-untergangs" gefunden. Trotzdem sahen viele riickwartsgewandte Optimisten in dieser Welt von gestern" spater eine gute alte Zeit. AnschlieBend an den Krieg, der in Wien begonnen wurde, zum Ersten Weltkrieg wurde, erklarte sich der Weltuntergang für Wien sozusagen in Permanenz obwohl gerade damals viele Symptome einer guten neuen Zeit zu riihmen gewesen waren: Wohnbauten, Schulen, Gesundheitswesen derGemeinde Wien. Maurice Ravel hat in seiner Tondichtung La Valse" ein Portrat der Stadt skizziert, die vergeblich versucht, den AnschluB an ihre klassische Walzer-Vergangenheit zu finden. In einem Wienerlied jener Zeit besang sich Wien im Dreivierteltakt als sterbende Marchenstadt". Von Napo-leon bis zum Tonfilm, angesichts einer kontinuierlichen Krise, angesichts permanenten Niedergangs, waren Aufwertung der Vergangenheit und Aufbau des Klischees Notwehr und Selbstverteidi-gung gewesen; da konnte ein Wahlwiener und Schatzer der Stadt Wien, der Chirurg Theodor Billroth, stellvertretend für alle Beob-achter feststellen: Hier ist eben alles gemütlich . Hier singen wir und musizieren wir und gehen ins Theater und zu StrauB und stecken mit ihm den Kopf in den Sand unserer Gemütlichkeit." Da waren die beiden klassischen lokálén Formeln Es muB was g'schehn" und Da kann man nix machen" miteinander identisch, da waren Fatalismus und Flucht aus der Wirklichkeit zur sinnvol-len Lebenshaltung geworden. So wurde Wien zur Stadt der Künste, vor allém des Theaters.

Termékadatok

Cím: Wien [antikvár]
Szerző: Ernst Hausner Hans Weigel
Kiadó: Jugend und Volk
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 3714160248
Méret: 220 mm x 240 mm
Ernst Hausner művei
Hans Weigel művei
Bolti készlet  
Vélemény:
Minden jog fenntartva © 1999-2019 Líra Könyv Zrt.
A weblapon található információk közzétételéhez, másolásához a működtetők írásbeli beleegyezése szükséges.
Powered by ERBA 96. Minden jog fenntartva.
mobil nézet