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Hl ^wh^fmmm SPffim^Wíí^ HPffatrfiTSTICH VON GEORG HUFNAGEL 1609 GESICHT UND CHARAKTER Der Zauber von Wien liegt in seinen Gegensátzen. Aus ihnen fügt sich das Bild der Stadt und ist alles entstanden, was das Wienerísche ausmacht. Wien ist eine Donaustadt und eher noch, da die Berge tief in sie eindringen, eine Alpenstadt, ebensogut aber auch eine Stadt der Tiefebene, benachbart der unermeBlichen Puöta. Wien ist seiner Bestimmung nach Grenzstadt und Festung, erst des Römischen Imperiums, danach mit Frontwechsel des Römischen Reiches Deutscher Nation. Dann aber ist es Mittelpunkt der österreichischungarischen Monarchie, des gröfiten europáischen Reiches, das dies auch noch bis 1918 der Flache nach aufier RuBland blieb. Als Festung auf engstem Raum zusammengepre&t, schoben sich seit je in den schmalen Gassen der Innenstadt die Háuser fünf- und sechsgeschossig in die Höhe und mit ihren Kellem in drei Stockwerken in die Tiefe. Nichts ist naturferner zu denken, aber in die Vorstádte drángt sich die Natúr mit Wáldern, Hangén und Auen ein. Internationale Weltstadt ist Wien, doch nur in den inneren Bezirken, um die sich ein Kranz von DorfstraBen und Weinhauerhausern legt, in denen Bauerngeschlechter seit tausend Jahren festsitzen. Besonders aus diesen Gegensátzen des Stádter- und Bauernwesens ist Wien zu verstehen mit seinen Kaffeehausern und Heurigenschánken ebensogut wie mit seiner Kunst: den Gesángen Walters von der Vogelweide und den Streichen des Pfaffen vom Kahlenberg, seinen Opern und dem Wunderhorn seiner Volkslieder; der Wiener Walzer ist nur die Vollendung des bauerlichen Lándlers. Fischer von Erlach, der die Baukunst aller Zeiten und Völker wissenschaftlich verarbeitet hat, bevor er seine genialen Werke schuf, ist doch so mit der Scholle verwurzelt, daB kein SchlöBchen lm Umkreis von Wien vom Volksmund nicht auf ihn zurückgeführt würde. Maria Theresia, die letzte der weltbeherrschenden Habsburger, verwaltete ihr váterliches Érbe wie