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WIEN
GESCHICHTE, LAGE, KLIMA Es muß an der Luft liegen, an der Donau, am Wind, der aus der Pußta herüberweht, an den Zeugen alter Geschichte und Geschichten, daß Wien eine so unvergleichbare Atmosphäre ausstrahlt. Scharfe Kontraste wie enge Gassen und breite Promenaden, Barock und Neuzeit, ein wenig Dekadenz und technischer Fortschritt, Burgtheater und Kabarett, Philharmonie und Heurigen, der Geist des Lieben Augustins und Sigmund Freuds, lässige Eleganz und leichte Melancholie ergeben den Charme der ehemaligen Kaiserstadt, die eine feine Patina der Nostalgie überzieht.
Oben: Wappen an der Vorderseite eines Wiener Palais. Symbol einer glänzenden Vergangenheit; Sphinx im Park von Schloß Belvederc. Links: Das Denkmal für Prinz Eugen von Sa-voyen auf dem Heldenplatz im Herzen der Hofburg.
Archäologische Funde beweisen, daß das Wiener Becken 2000 jähre v. Chr. schon besiedelt war. Nach den Illyrern setzten sich ca. 400 v. Chr. die Kelten in „Vedunia" (Waldbach) am Wientlusse fest. Durch den Pannonischen Limes und Standlager wie Vindobona sicherten 16 v. Chr. die Römer unter Kaiser Augustus das friedlich eroberte Donaugebiet; daneben entstand die Zivilsiedlunggleichen Namens mit ca. 20 000 Einwohnern. Hier starb 180 Kaiser Marc Aurel, der Philosoph auf dem Kaiserthron. Bis Karl der Große 796 die Karoiingische Grenzmark gründete, lebten nacheinander West- und Ostgoten, Bajuwaren, Langobarden und Slawen in diesem Grenzgebiet. Ab 907 war es von den iVIagyaren besetzt; Markgraf Leopold 1. der Erlauchte von den bayrischen Babenbergern vertrieb sie 991 unter Otto dem Großen endgültig aus dem Wiener Becken. 1106 verlegte Leopold III. der Heilige seine Residenz von Melk in eine Burg auf dem Kahlenberg. Schon 1137 war die „civitas" Wien ein bedeutender Handelsplatz geworden; der in sei-
nem Münzhof geprägte „Wiener Pfennig" war das wichtigste Zahlungsmittel bei den sich hier sammelnden Kreuzfahrern. Dem letzten Babenberger Herzog Friedrich II. folgte sein Schwager Ottokar der Gute von Böhmen. Er tat viel für die von häufigen Großbränden heimgesuchte Stadt. Nach seinem Tode begann unter Herzog Albrecht 1. 1282 die habsburgische Hausmacht, die bis 1918 bestand. Nachdem 1298 erstmals die deutsche Königskrone nach Wien gelangte, war es fast ununterbrochen die Residenz der deutschen Könige und der späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Weder Brände noch Epidemien — die Pest verschlang mehr als ein Drittel der Bevölkerung — konnten seinen Aufstieg hemmen. 1529 hielten die starken Befestigungsanlagen der ersten türkischen Belagerung erfolgreich stand. Die türkischen Angriffe wiederholten sich von da an laufend. 1683 lag der Großwesir Kara Mustafa mit einem riesigen Heer vor der Stadt, die von einer zahlenmäßig weit geringeren Truppe unter dem Grafen Star-
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