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Erik Emig - Wiesbaden [antikvár]

Wiesbaden [antikvár]

Erik Emig

 
¦¦•iaBtaiai WIESBADEN Wer vom Neroberg aus über die Stadt schaut, erfaßt mit einem Blick Eigenart und Charakter Wiesbadens: eine Stadt im Grünen, weiträumig in die Landschaft zwischen Taunus und Rhein gebettet. Der erste Eindruck der Weiträumigkeit bestätigt sich bei einem Spaziergang vom flauptbahnhof aus durch die Herbert-Reisinger-Anlage hinein in die Stadt, vorbei an modernen Bürogebäuden der Hessischen Landesregierung - seit 1946 ist Wiesbaden Hauptstadt des Bundeslandes Hessen vorbei am Museum, gegenüber das Kongreß-...
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¦¦•iaBtaiai WIESBADEN Wer vom Neroberg aus über die Stadt schaut, erfaßt mit einem Blick Eigenart und Charakter Wiesbadens: eine Stadt im Grünen, weiträumig in die Landschaft zwischen Taunus und Rhein gebettet. Der erste Eindruck der Weiträumigkeit bestätigt sich bei einem Spaziergang vom flauptbahnhof aus durch die Herbert-Reisinger-Anlage hinein in die Stadt, vorbei an modernen Bürogebäuden der Hessischen Landesregierung - seit 1946 ist Wiesbaden Hauptstadt des Bundeslandes Hessen vorbei am Museum, gegenüber das Kongreß- und Ausstellungszentrum Rhein-Main-Hallen, die Wilhelmstraße hinauf, links gesäumt von Häusern mit prächtigen Fassaden, rechts von einer gepflegten Grünanlage, an deren Ende Theater und Kurhaus liegen, überragt vom hohen Verwaltungsgebäude eines Versicherungskonzerns. Großzügig muß diese Stadt sein und reich, hier läßt es sich leben. Nur ein kurzer Weg führt von der Wilhelmstraße zum politischen und städtebaulichen Mittelpunkt der Stadt, dem Schloßplatz mit der neugotischen Marktkirche, 1852-62 von Carl-Christian Boos erbaut, davor das Bronzedenkmal des „Schweigers", Wilhelm Graf von Nassau und Fürst von Oranien, der Befreier der Niederlande von spanischer Herrschaft. Gegenüber der auffallende klassizistische Eckbau des Stadtschlosses (1837-40 nach den Plänen des Darmstädter Baumeisters Georg Moller errichtet), heute Sitz des Hessischen Landtages, dann das prächtige „Neue Rathaus", das der wohl bedeutendste Oberbürgermeister dieser Stadt, Carl von Ibell, 1884-87 von dem Münchner Architekten Georg von Hauberrisser mit reich geschmückter Fassade in pfälzischem Sandstein erbauen ließ, schräg gegenüber das „Alte Rathaus" aus der Zeit des frühen 17. Jahrhunderts (es wurde 1725 erneuert), klein, bescheiden, zwei Stockwerke hoch, davor der Marktbrunnen von 1564, auf dessen Mittelsäule ein vergoldeter nassauischer Löwe das Wappen Wiesbadens zeigt, und vor dem Rathaus, in das Pflaster mit weißen und schwarzen Mosaiksteinen eingelegt, der Preußische Adler. Wiesbadens Geschichte auf einem Platz zusammen, dokumentiert für alle Zeiten in den Bauten rund um den Platz. Ein solches Ensemble von Bauten, die alle Ausdruck des Lebensgefühls ihrer Zeit sind, ist rund um einen Platz selten in einer Stadt; das macht den Reiz des Schloßplatzes aus. Vielfältig ist das Gesicht Wiesbadens, geprägt von Gegensätzen, aus denen Spannung wächst zwischen weltstädtischer Offenheit und provinzieller Bescheidenheit, zwischen Stolz und Zaghaftigkeit, Urbanität und ländlichem Charakter. Diese Gegensätze bestimmen das Bild der Stadt, hauptstädtische Weiträumigkeit einerseits, dörfliche Enge andererseits, vor allem in den ländlichen Stadtbezirken im Osten. Diese Gegensätze werden am deutlichsten sichtbar, vergleicht man das Kurviertel mit dem prächtig ausgestatteten Kurhaus, umgeben von herrschaftlich alten Villen, und den am Rheinufer liegenden großen Industriebetrieben, deren bedrückender Ernst nur das heiter anmutende Schloß aufhellt. Erst im 18. und 19. Jahrhundert ist Wiesbaden Stadt geworden, vorher war sie, nimmt man alles in allem, ein mehr oder minder unbedeutender Flecken, ein Ort wie viele andere auch in dem an materiellen Gütern nicht gerade reichen Lande Nassau. Die Anfange Wiesbadens freilich reichen weiter zurück. Der Name „wisibada" taucht erstmals 829 n.Chr. in einer kaiserlichen Urkunde auf. Zwar war wisibada rund um eine Burg befestigter „Hauptort eines Königssondergaus", aber der recht ohnmächtige deutsche König Adolf von Nassau residierte auf Burg Sonnenberg. Aquae Mattiacorum ist der älteste Name des heutigen Wiesbaden, der römische Name, abgeleitet vom Stamm der Mattiaker, den die Römer sich unterworfen

Termékadatok

Cím: Wiesbaden [antikvár]
Szerző: Erik Emig
Kiadó: Verlag Weidlich
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3803511070
Méret: 240 mm x 280 mm
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