VorbemerkungManchmal liegt ein Thema einfach in der Luft. So meldet sich Anfang 2018 ein Vertreter der Münchner Karl-May-Gesellschaft, um den Autor dieser Zeilen nach der erfolgreichen Dokumentation München und der Wilde Westen, die im Februar 2016 im Kulturzentrum am Gasteig zu sehen war, auch für ein weiteres Projekt zu gewinnen. Exalkt zur selben Zeit kommt das Angebot des Verlegers und Film-Fachmanns Lothar Büllesbach, doch analog der oben genannten Dokumentation den Begleittext zu einem geplanten Bildband mit dem Titel Wildwest...
VorbemerkungManchmal liegt ein Thema einfach in der Luft. So meldet sich Anfang 2018 ein Vertreter der Münchner Karl-May-Gesellschaft, um den Autor dieser Zeilen nach der erfolgreichen Dokumentation München und der Wilde Westen, die im Februar 2016 im Kulturzentrum am Gasteig zu sehen war, auch für ein weiteres Projekt zu gewinnen. Exalkt zur selben Zeit kommt das Angebot des Verlegers und Film-Fachmanns Lothar Büllesbach, doch analog der oben genannten Dokumentation den Begleittext zu einem geplanten Bildband mit dem Titel Wildwest München -Geschichte, Kunst und Mythos zu erstellen. Nur wenige Tage später verweist der inzwischen 88-jährlge Indianer-tnaler und Wildwest-Kenner Max Oliv In einer Mail auf seine umfangreiche Wild-West-Sammlung und noch am selben Tag flattert eine Einladung des Münchner Cowboy Clubs auf den Tisch, der am 12. April 2018 auf dem Gelände an der Münchner Floßlände sein 105-jähriges Jubiläum feiert. So drängt sich zumindest auf den ersten Blick der Eindruck auf, dass Geschichten und Erzählungen aus dem reichen Erlebnis- und Abenteuerschatz des Wilden Westens auch in München eine Renaissance erleben. In einer Zeit, in der in zunehmendem Maße Computer- und Smartphone-Programme den Alltag dominieren, Internet, Facebook, WhatsApp und Twitter das Kommunikationsverhalten undAlgorithmen die Arbeitswelt der Menschen prägen, wecken archaische Verhaltenswelsen die Sehnsucht nach einer vermeintlich weniger entfremdeten Welt. Vorstellungen von echtem Leben mit echten Freunden und echten Abenteuern, bei denen es noch auf das Verhalten und die Entscheidungskraft des Einzelnen ankommt, gewinnen wieder an Bedeutung.Und die Probleme von damals sind den heutigen ja durchaus ähnlich: So handeln die dem Wilden Westen zugeordneten Mythen und Geschichten oder die bekannten Western mit Randolph Scott oder John Wayne in den Hauptrollen vom Kampf gegen die Einengung und Aufteilung der Weit durch Grenzen, Zäune und Stacheldraht. In zahllosen Filmen und Romanen wird der Kampf von Rinderbaronen gegen Klein-Farmer beschrieben, ebenso der allgegenwärtige Rassismus, die Gewalt gegen die amerikanischen Ureinwohner und andere Minderheiten, sowie die Sklaverei in den Südstaaten. Und immer wieder ist da die von Ziviiisationskritik genährte Sehnsucht nach dem selbstbestimmten Leben als Lonesome Rider, dessen Handein im besten Fall sogar mit der Natur in Einklang zu stehen scheint.Eine zirzensisch-theatralische Verarbeitung dieser Themen mit einem Schuss ins Jahrmarirthafte aber ist in'i
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