Bővebb ismertető
Die Veränderung, die Wittenberg mit seineraufstrebenden Industrie und seinen Neubauvier-teln gerade in den letzten Jahren durchmachte,eine Entwicklung, die auch jetzt noch nicht ab-geschlossen ist, gab der Stadt ein neues Ausse-hen. Während bisher das alte südliche Stadtbild,vertraut von Holzschnitten und Kupferstichenaus der Cranach-Zeit bis zur Mitte unseres Jahr-hunderts, dem Betrachter eingeprägt ist, schweiftjetzt sein Blick weiter nach Westen und umfaßtvöllig neue technische Gebäudekomplexe undAnlagen, die nicht weniger fesselnd sind. Hierhaben wir ein Beispiel im nordöstlichen Teil desChemiebezirkes Halle, wie unsere heutige Zeitunverkennbar ihre dominierende Stellung in derneueren und neuesten Geschichte einer Stadt be-hauptet, wie aber auch andererseits das tradi-tionsgebundene Wittenberg von der gleichenZeit und ihren Menschen gehegt und gepflegtwird.Über 250000 Besucher kommen jährlich nachWittenberg, um die Kulturstätten zu betrachtenund nachzuempfinden, was sich hier vor vierhun-dertfünfzig Jahren als ein Stück Weltgeschichteabspielte. Bevor es dazu kam, hatte die Stadt ander Elbe bereits eine langsame, jedoch stetigeEntwicklung hinter sich.Dort, wo der Elbstrom seinen Lauf ändert, umfür ein Längeres nach Westen abzubiegen, liegtdie alte Lutherstadt Wittenberg. Ein nicht allzu-großer Höhenzug, der Fläming, übte diesenZwang auf den Strom aus, und sein Name erin-nert gleichzeitig an die Ostexpansion der deut-schen Feudalherren. Verhältnismäßig spät tratdiese Gegend am Mittellauf des Flusses in dieGeschichte ein. Sehen wir von einer ziemlich un-genauen Namensbezeichnung eines Grafen Dhie-derich von Witburc ab, so erfahren wir erst 1180die erste urkundliche Erwähnung Wittenbergs,allerdings noch nicht als bürgerliches Gemein-wesen, sondern als ein Burgward inmitten einerKette von anderen, wie Wiesenburg, Dobien,Zahna und Alstermünde (Elster). Bernhard I.,ein Askanier und Sohn Albrechts des Bären, er-hielt im Zuge der Auseinandersetzung des deut-schen Kaisers Friedrich I. mit dem sächsischenHerzog Heinrich dem Löwen den östlichen TeilNiedersachsens und das Gebiet an der mittlerenElbe als Reichslehen. Wenn auch der Weife spä-ter große Teile seines verlorenen Landes zurück-erwarb, so blieb doch die Würde des Herzogsvon Sachsen bei dem Askanier und seinen Nach-folgern. Die genannten Stützpunkte dienten derFestigung der Feudalmacht, in deren Schutz sichdie christliche Kirche ausbreitete. Dieses Gebietgehörte zur Diözese des Bischofs von Branden-burg (Havel). Namengebend waren vermutlichdie aus hellem Sandstein bestehenden behauenenSteine der Burgmauern, die sich aus dem Gründer Elblandschaft stark abhoben. Im Schutze derBefestigung gruppierten sich die kleinen Häuserder Bediensteten und vielleicht auch in der wei-teren Entwicklung die großen Objekte der hierstationierten höheren Militärs und der Verwal-tungsleute. Es sind dies die Häuser der reichenBürger der Reformationszeit und noch heute her-