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Walter Baumann - Zürich [antikvár]
 
ZÜRICH ZWISCHEN FRÜHLING UND WINTER Auch in Zürich beginnt der Frühling am 21. März. Helle, strahlende Föhntage sind schon im Februar möglich, aber sie halten nicht, was sie versprechen. Schneeschauer und Regengüsse drücken auf das Barometer und die Frühlingsstimmung. Heiterkeit und Depressionen wechseln oft über Nacht Daraus haben die Zürcher schon im 19. Jahrhundert die Konsequenz gezogen und ihr berühmtes Frühlingsfest, das «Sechseläuten», auf die zweite Aprilhälfte hinausgeschoben. 7 Am «Sechseläuten-Montag» wird...
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ZÜRICH ZWISCHEN FRÜHLING UND WINTER Auch in Zürich beginnt der Frühling am 21. März. Helle, strahlende Föhntage sind schon im Februar möglich, aber sie halten nicht, was sie versprechen. Schneeschauer und Regengüsse drücken auf das Barometer und die Frühlingsstimmung. Heiterkeit und Depressionen wechseln oft über Nacht Daraus haben die Zürcher schon im 19. Jahrhundert die Konsequenz gezogen und ihr berühmtes Frühlingsfest, das «Sechseläuten», auf die zweite Aprilhälfte hinausgeschoben. 7 Am «Sechseläuten-Montag» wird der Winter, ein riesiger Watteschneemann, beim Bellevue vor dem Opernhaus schlag sechs Uhr abends öffentlich verbrannt. Je früher sein mit Petarden gefüllter Kopf explodiert, umso schneller soll das schöne Wetter kommen. 8 Zu den charmantesten Frühlingsattraktionen gehört der Trachtenumzug der Kinder am Sonntagnachmittag vor dem Sechseläuten. Leider müssen sich die hübschen «Biedermeierli» oft mit Schirm und Plastiküberwürfen vor nassen Überraschungen schützen. Der eigentliche Sechseläutenumzug am dritten Aprilmontag gehört den Zünftem, die 1336 aus der Handwerkerordnung hervorgegangen sind. Beduinen der Kämbeizunft reiten auf unserem Bild eben vor dem Zunfthaus zur Zimmerleuten und dem Gesellschaftshaus zum Rüden das Lim-matquai herauf. 9 Der Frühling erwacht in den geschützten Hinterhöfen der Innenstadt oft über Nacht. Besonders reizvoll ist dieser versteckte kleine Park an der oberen Trittligasse. 10/11 Seenachtsfeste, früher Venezianische Feuer genannt, gehören in Zürich alle paar Jahre zur sömmeriichen Tradition. Das prachtvollste, mit drei Millionen Raketen und Feuerwerkskörpem, krönte das Jubiläum «2000 Jahre Zürich» im Sommer 1986. Eigentliche Fremdensaisons sind der Sommer und der Herbst. Die Stadt am See, am Fluß — es sind sogar zwei Flüsse - und zwischen grünen Höhenzügen gelegen, erfreut sich bei hellem Wetter eines Zaubers, der Jahr für Jahr weit über eine Million Gäste anlockt, wobei die Monate August und September in der Hotelstatistik zu oberst stehen. Schon 1755 schrieb der Dichter Christoph Martin Wieland: «Wie oft segne ich den Tag, der mich hieher gebracht hat.» 12 Sommertheater und Freiluftattraktionen gehören mehr und mehr zum Zürcher Kultur- und Freizeitprogramm. Jahr für Jahr wächst die Zuschauerzahl, und die Stadtverwaltung hat Schwierigkeiten, immer größere Freiplätze zur Verfügung zu stellen. Siesta am Seefeldquai beim Zürichhom. Zahlreiche Kunstwerke haben die baumbestandenen Uferanlagen in ein Freiluftmuseum verwandelt. Auf unserem Bild: «Sitzendes Mädchen», eine Bronzeplastik von Hermann Hubacher aus dem Jahre 1936. 13 «Zürifäscht» heißen die alle paar Jahre stattfindenden Volksfeste, die sich mit den verschiedensten Attraktionen auf die Innenstadt und das untere Seebecken konzentrieren. Im Hintergrund Zürichs Wahrzeichen, die beiden Türme des Großmünsters. 14/15 Die Stadt am See im Sonnenglanz. Beidseits der Limmat ragen Zürichs historische Kirchtürme auf. Von links nach rechts: das Großmünster, das Fraumünster und die alte Stadtkirche St. Peter mit Europas größter Turmuhr Der von zahlreichen Segelbooten belebte See ist an beiden Ufem bis weit hinauf stadtähnlich überbaut. Doch auf beiden Seiten hat sich Zürich grüne Inseln ausgespart: links das Zürichhom, rechts das Arboretum.

Termékadatok

Cím: Zürich [antikvár]
Szerző: Walter Baumann
Kiadó: Orell Füssli Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 3280016517
Méret: 230 mm x 240 mm
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