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Zwischen Sommer und Herbst
Eigentliche Fremdensaison Zürichs mit seinem etwas rauhen voralpinen Klima sind der Sommer und der Herbst. Die Stadt am See, am Fluß und zwischen grünen Höhenzügen gelegen, erfreut sich bei hellem Wetter eines Zaubers, der Jahr für Jahr weit über eine Million Gäste anlockt und begeistert, wobei die Monate August und September in der Hotelstatistik im Vordergrund stehen. Schon 1755 schrieb der Dichter Christoph Martin Wieland: «Wie oft segne ich den Tag, der mich hieher gebracht hat.» Zürich ist eine geschäftige Stadt, die aber die Werte der Erholung und der Freizeit früh erkannte: «Wer krampft, hat Erholung verdient.» Der Bau von Seeufer-Promena-den wurde schon vor hundert Jahren mit einem Aufwand an die Hand genommen, der die Stadt für Jahrzehnte in Schulden stürzte. Allen voran führten die Zürcher Kreditinstitute 1903 den arbeitsfreien Samstagnachmittag ein.
Heute gibt es überall in der Stadt verkehrsfreie idyllische Spazier- und Wanderwege. Straßenbahnen und Bergbahnen führen auf den Zürichberg, den Uetli-berg, den Albis, auf die Förch und ins Sihltal.
Blick vom Bürkliplatz am oberen Ende der Bahnhofstraße auf den See mit dem baumbestandenen Zürichhorn und die Glamer Alpen. 8/9
Eine Fahrt auf dem Zürichsee gehört zu den obligaten Sommervergnügen. Schon Klopstock und Goethe hatten «der holden Natur», den «Traubengestaden» und der «türmenden Ferne» in Gedichten ihre Bewunderung ausgedrückt.
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Rings um das Seebecken laden baumbestandene Parkanlagen, Bänke und Ufertreppen zu einer gemütlichen Siesta ein. Die Quaimauer mit dem üblichen Geländer wurde am Uto-Quai durch eine wassemahe Ufergestaltung ersetzt. 14-17
Biedermeierliche Idylle inmitten der Altstadt. Hinter den Häuserfronten liegen stille Gärten versteckt. Kleine Sonnenterrassen und blumengeschmückte Balkonfassaden entdecken wir gerade dort, wo die Altstadtgassen am engsten scheinen: an der Schipfe und im mittelalterlichen Stadtkern zwischen Predigerkirche und Spiegelgasse. 18/19
Arti Zürichhom, wo Rudolf Koller um die Jahrhundertwende seine Kühe und Rinder malte, rattern heute die Räder von Jean Tinguelys für die Landesausstellung Expo 64 konstruierter kinetischer Eisenplastik «Heureka». Ein eigenständiges Kunstwerk oder apostrophierter Leerlauf unserer hypermechanisierten Welt? Die Diskussion beginnt jeden Sommer aufs neue. Die einzigen Räder, die im Fußgängerparadies ohne Murren geduldet werden, sind jene der unzähligen Kinderwagen. 20
Zürichs Golfplätze im Dolder und auf der Förch liegen inmitten der Wälder, die sich auf dem sonnigen Bergzug zwischen dem Limmat- und dem Glattal dahinziehen. 21
Die Möwen, heute zu Zürichs Stadtbild gehörend, haben sich vor rund hundertfünfzig Jahren erstmals an der Limmat niedergelassen. Der Zoologe H.D. Schinz schrieb 1830 von der «ersten Winterstation der Möwen auf dem Festland unseres Erdteils nördlich der Alpen». Zehn Jahre später stellte er als kleines
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