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EINFUHRUNGAlles ändert sich zum Besten Wie ändern sich doch die Zeiten! Es ist noch nicht lange her (um genau zu sein; es ist noch nicht vorbei), da eiferten viele Bauern den Städtern nach. Sie bauten kahle, weiße Häuser mit blinden Fenstern, ohne Läden und ohne Fensterkreuz. Im Inneren herrschte eine kalte Großzügigkeit vor, welche die alten, kleinen und niedrigen, aber auch heimeligen Räume ablöste, mit pflegeleichten Reso-palmöbeln statt der betagten Massivholz-Monstren. Auch im Garten konnten sich manche gar nicht fortschrittlich genug darstellen, indem sie ihre neuen Häuser und die nackten Terrassen mit einem kurzgeschorenen Rasen umgaben, willkürlich einige Blautannen, Thujen und andere Krüppelkoniferen darin verteilten und vielleicht noch ein pflegefreies Blumenbeet mit möglichst ausgefallenen Exoten zuließen, mit dem man sich vom altmodischen Blumenallerlei abheben konnte.Gemüse? Wozu gab es die schönen neuen Konserven, die der Großmutter die lästige Gartenarbeit abnahmen! Obwohl sie ja wesentlich erleichtert werden konnte - schließlich hatte man sich endlich an die Helfer aus der chemischen Fabrik gewöhnt Sie garantierten scheinbar problemlos riesige Früchte,ohne daß man mit Fäkalien hantieren mußte. Mit ihrer Hilfe konnte man schädliches Ungeziefer einfach totspritzen. Sie nahmen sogar das lästige Unkrautjäten ab, weil sich auch dies fürderhin mit einer Spritze erledigen ließ. oder gute alte Zeit? nach Jahrzehnten der Euphorie, in der technisch alles machbar schien, werden seit einigen Jahren neue Signale wahrgenommen. Der bedenkenlose Einsatz von Pestiziden hinterließ zahlreiche Spuren in unserer Umwelt Inzwischen werden die Tugenden unserer Vorfahren wieder geschätzt Vor allem die Weisheit mit natürlichen Mitteln die Geschicke des Gartens lenken zu können: die Kenntnis der Zusammenhänge von Pflanzenwachstum und Verlauf der Gestirne; die Bauernregeln, die auf Beobachtungen des Jahreslaufs über Generationen hinweg basierten; und nicht zuletzt Großmutters Hausmittel die zwar nicht immer hundertprozentig jedoch harmlos und angemessen wirken. Aber auch der Geschmack änderte sich. Vor allem die einbetonierten Städter sehnen sich nach der Romantik von Großmutters Bauerngarten. Die immer kühler werdende Atmosphäre unserer Wohn- und Ar-beitswelt läßt Sehnsüchte wachsen nach der fröhlichen Üppigkeit mit den Blüten unserer Kindheit Angesichts sozialer Unsicherheiten und notwendiger Reglementierungen erfüllt uns die übersichtliche, aber doch legere Ordnung des Bauerngartens mit Ruhe. Und