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Hobbi

Jochen Zmeck - Bellachini und die Eierfrau [antikvár]

Bellachini und die Eierfrau [antikvár]

Jochen Zmeck

 
Vor langer Zeit kam der italienische Zauberkünstler Bellachini in eine deutsche Stadt. Bunte Plakate verkündeten, daß er am Abend im größten Saal der Stadt eine Vorstellung geben würde. Keiner erkannte den Magier, als dieser über den Wochenmarkt spazierte, auf dem viele Buden standen. Gärtner boten ihr Gemüse an, Bauern hielten ihre Erzeugnisse feil, und fliegende Händler priesen lauthals ihre Waren an. Bellachini ging hierhin und dorthin, erkundigte sich nach den Preisen, nahm hin und wieder auch etwas in die Hand. Dabei machte...
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Vor langer Zeit kam der italienische Zauberkünstler Bellachini in eine deutsche Stadt. Bunte Plakate verkündeten, daß er am Abend im größten Saal der Stadt eine Vorstellung geben würde. Keiner erkannte den Magier, als dieser über den Wochenmarkt spazierte, auf dem viele Buden standen. Gärtner boten ihr Gemüse an, Bauern hielten ihre Erzeugnisse feil, und fliegende Händler priesen lauthals ihre Waren an. Bellachini ging hierhin und dorthin, erkundigte sich nach den Preisen, nahm hin und wieder auch etwas in die Hand. Dabei machte er sich in einem schlechten Deutsch verständlich. Es dauerte gar nicht lange, da spotteten die Marktfrauen über den feingekleideten Herrn, der selbst einkaufen ging, anstatt seine Frau oder einen Dienstboten zu schicken. Besonders eine der Marktfrauen, die mit einem großen Korb voll Eiern auf Kunden wartete, wurde des Spottens nicht müde. Der vornehme Herr bliebschüeßlich vor ihrstehen und besah sich die Eier. Dann nahm er eins zur Hand und fragte mit unschuldiger Miene: «Was kosten diese Ei?» Die Marktfrau nannte einen unverschämten Preis. Der Herr nickte, hielt das Ei gegen die Sonne, schüttelte es, horchte daran und machte ein zufriedenes Gesicht. Die Eierverkäuferin tippte mit dem Finger vielsagend gegen ihre Stirn; ringsherum erscholl unterdrücktes Gelächter. Der Herr aber ließ sich nicht stören, er schlug das Ei auf, und heraus fiel ein Goldstück. Er fischte es, aus dem Eidotter, nahm sein Taschentuch, putzte das Goldstück blank und steckte es ruhig ein. Dann langte er nach dem zweiten Ei, zerschlug es, und siehe da!, wieder war ein Goldstück im Ei. So ging es weiter - ein drittes Ei, ein viertes, ein fünftes Die Marktfrau sperrte Mund und Nase auf, doch bald hatte sie sich gefaßt. Mit schnellem Griff zog sie den Eierkorb an sich, breitete ihre Schürze darüber und erklärte, kein einziges Ei mehr zu verkaufen. Wie eine Glucke auf dem Nest saß sie da und forderte den Herrn auf, seiner Wege zu gehen, die zerbrochenen Eier wolle sie ihm schenken. Aber der Herr wollte sich nichts schenken lassen, er warf der Frau einen Taler zu und ging zur Seite. Von dort sah er schmunzelnd zu, wie die Marktfrau ein Ei nach dem anderen ergriff und zerschlug. Aber kein Goldstück kam zum Vorschein. Der Berg Eierschalen wurde immer größer, der gelbe Brei breitete sich immer weiter aus - aber Goldstücke erschienen keine. Sprachlos stand die Frau da und starrte abwechselnd auf die zerbrochenen Eier und auf die herumstehenden Gaffer, die jetzt in lautes Gelächter ausbrachen. Sie schaute umher: Wo war dieser sonderbare Herr geblieben? Da trat Bellachini an ihren Stand und sagte: «Gute Frau, warum habt Ihr mir nicht verkauft diese Ei? Jetzt Ihr habt den Schaden und auch noch den Spott! Aber kommt heute abend in Vorstellung meinige, da werde ich Euch die Ei wieder zaubern herbei, bin ich doch großes Zauberkünstler Bellachini.» Die Vorstellung am Abend war ausverkauft, die Geschichte hatte sich wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Auch die Marktfrau war da und machte große Augen, als der Herr auf der Bühne tatsächlich ein Ei nach dem anderen aus einem leeren Tüchlein

Termékadatok

Cím: Bellachini und die Eierfrau [antikvár]
Szerző: Jochen Zmeck
Kiadó: Verlag Junge Welt
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 210 mm x 200 mm
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