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Hobbi

Colorbildpraxis [antikvár]

Lothar Prengel

 
Ein Wort zuvor Steigt heute jemand in sein Auto, startet und fährt davon, so braucht er nicht unbedingt Genaues über verbrennendes Kraftstoff-Luft-Gemisch, über Kurbelwelle, Einlaß- und Auslaßventil, Hubraum und ähnliche Details zu wissen. Das Auto gehorcht auch dem technisch Ahnungslosen. Will er das teure Stück aber lange in gutem Zustand erhalten und rationell fahren, dann sind gute Kenntnisse über das, was neben Lenkrad und Bremse noch zur Funktion eines Autos gehört, wichtig, wenn nicht unumgänglich. Die Freude am Auto währt...
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Ein Wort zuvor Steigt heute jemand in sein Auto, startet und fährt davon, so braucht er nicht unbedingt Genaues über verbrennendes Kraftstoff-Luft-Gemisch, über Kurbelwelle, Einlaß- und Auslaßventil, Hubraum und ähnliche Details zu wissen. Das Auto gehorcht auch dem technisch Ahnungslosen. Will er das teure Stück aber lange in gutem Zustand erhalten und rationell fahren, dann sind gute Kenntnisse über das, was neben Lenkrad und Bremse noch zur Funktion eines Autos gehört, wichtig, wenn nicht unumgänglich. Die Freude am Auto währt um so länger, je besser der Fahrer dessen Innenleben kennt. Der Vergleich klingt vielleicht merkwürdig, aber mit dem Gebrauch von Farbfotoaufnahmematerialien verhält es sich tatsächlich ähnlich. Mit dem Kauf eines Farbfilms erwerben wir eigentlich nur ein Halbfabrikat. Erst nach seiner Belichtung und Weiterverarbeitung halten wir ein Endprodukt in den Händen, und auch das stimmt nur bedingt, sofern es sich nämlich um einen Farbnegativfilm handelt. Von ihm müssen erst noch positive Farbkopien hergestellt werden. Bis dahin ist, wie beim Autofahren, alles gar nicht so schwer. Man kann durchaus brauchbare Bilder zustandebringen, ohne korrekte Kenntnisse über physikalische und chemische Zusammenhänge z. B. der Farbfilmentwicklung zu besitzen. Kameras mit Innenmessung oder Programmautomatik garantieren, zumindest in normalen Situationen, eine dem Filmmaterial gemäße Belichtung. Auch die Besitzer der einfacheren Amateurkameras kommen meist ohne große Probleme zum Ziel. Die Weiterverarbeitung der belichteten Filme können wir unbedenklich einem Großlabor überlassen. Die entwickelten Farbumkehrfilme bzw. die Farbnegativfilme mit den davon kopierten Farbpapierbildern bekommen wir von dort nach annehmbarer Wartezeit zurück. Es wird uns nie richtig bewußt, welch technischer Aufwand hinter unseren farbigen Bildern steckt, welche Spitzenleistungen der Fotochemie, des Kamerabaus und der Labortechnik dazu notwendig sind. Nicht jeder hat aber an den Bildern aus dem Großlabor auf die Dauer reine Freude, denn mit zunehmender Erfahrung steigen oft auch die Ansprüche. Größere Bildformate als die üblicherweise gelieferten sind teurer und bedingen längere Wartezeiten; an individuell abgestimmte Farbwerte ist nicht zu denken. Das ist kein Vorwurf für die Großlabors. Wenn sie untypische Farbabstimmungen ablehnen, so geschieht das aus technischen und technologischen Gründen. Gerade aber die Möglichkeit der subjektiven Beeinflussung, das bewußte Gestalten mit Farben, macht einen guten Teil vom Reiz der ganzen Farbfotografie aus. Wer das Fotografieren um liebenswürdiger Erinnerungen willen betreibt, wem Bilder von seiner Familie und von der Urlaubsreise genügen, der sollte Kunde beim Großlabor bleiben. Anders dagegen, wer sich zu den vielzitierten »ernsthaften« Amateuren zählt, an die sich dieses Buch in erster Linie wendet: Neben dem Umkehrdiapositiv wird das individuell ausgesteuerte großformatige Papierbild sein Ziel sein. Und auch er wird sich von Fall zu Fall überlegen, ob er seine Farbumkehrfilme nicht der Einfachheit und Wirtschaftlichkeit halber in einem Großlabor entwickeln läßt. Denn das Diapositiv hat unter anderem den Vorteil, daß die Eigenart einer subjektiv beeinflußten Aufnahme durch die Entwicklung auch in einem Großlabor nicht verlorengeht. Nun wird oftmals behauptet, daß die Verarbeitung von Farbmaterialien, gleich ob es sich um das Negativ/Positiv- oder das Umkehrverfahren handle, umständlich und kompliziert sei, überdies viel zu lange dauere. Das entspricht heute nicht mehr durchweg den Tatsachen. So erfordert z. B. die Herstellung eines Farbpapierbildes kaum längere Zeit als eine Schwarzweißkopie. Der Unterschied besteht im Prinzip nur darin, daß ein Schwarzweißbild in bezug auf seine Qualität bereits nach zwei bis drei Minuten begutachtet werden kann. Es soll in diesem Buch aber nicht nur darum gehen, die Auffassungen vom ach so komplizierten Farbprozeß zu widerlegen. Vielmehr will der Autor Arbeitsanleitungen geben, und zwar sowohl dem Leser, der nur wenige Kenntnisse auf diesem Gebiet besitzt, als auch dem Fortgeschrittenen, der bereits eigene Erfahrungen gesammelt 8

Termékadatok

Cím: Colorbildpraxis [antikvár]
Szerző: Lothar Prengel
Kiadó: VEB Fotokinoverlag
Kötés: Varrott keménykötés
Méret: 150 mm x 220 mm
Lothar Prengel művei
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