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ZEITSCHRIFT FÜR DEN KÜRZWELLEN-AMATEUR
Herausgegeben vom Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC)
26. Jahrgang »CQ« September 1955 9. Jahrgang »QRV«
Einer Betrachtung wert. . .
Es hat sich im Laufe der Zeit ergeben, daß immer mehr Ortsverbände ihren internen Verkehr vom 80-m-Band nach den höheren 'Frequenzen zu verlegt haben. Dazu wird entweder das 10-m- oder das 2-m-Band benutzt.
Abgesehen davon, daß das 10-m-Band sich langsam wieder für den DX-Verkehr öffnet und deshalb tunlichst nicht mit „Ortsverkehr" belastet sein sollte, hat das Verschwinden vom 80-m-Band zur Folge, daß die betreffenden OVe für die weiter abliegenden OMs nicht mehr erreichbar sind.
Unser Sport soll es uns nun gerade ermöglichen, mit möglichst vielen Gleichgesinnten in Verbindung zu treten und möglichst jede Gegend unserer Heimat auf dem „Luftwege" zu erreichen.
Selbst noch so große Amateurtagungen bringen das nicht fertig, was wir ohne große Mühe mit Taste und Mikrofon von unserem Schreibtisch aus schaffen können:
Gute Beziehungen von OM zu OM.
Je häufiger man mit einem Menschen zusammentrifft und je öfter man mit ihm spricht, desto besser wird der Kontakt mit ihm.
Es ist eine der Hauptaufgaben des 'DARC, die Beziehungen seiner Mitglieder untereinander zu pflegen. Gerade für uns Funkamateure ist es aber nun leicht, diese Beziehungen nicht nur innerhalb eines Ortsverbandes, sondern quer durch ganz Deutschland zu unterhalten. Dadurch unterscheiden wir uns eben ganz wesentlich z.B. von einem Modelleisenbahiwerein, der — obgleich ebenfalls stark der Technik verbunden — mehr oder weniger an seinen örtlichen Rahmen gebunden ist. Verzichten wir aber auf die Möglichkeit, miteinander über größere Entfernungen hinweg in Verbindung zu treten, dann hat unser ganzer Sport seinen Sinn verloren. Bemerkenswerte Entdeckungen über Ausbreitungsbedingungen oder aufsehenerregende Neuerungen auf technischem Gebiet dürften aus Amateurkreisen wohl kaum mehr zu erwarten sein. Das heißt aber, daß das QSO als solches immer mehr in den Mittelpunkt tritt und daß die dazu erforderlichen technischen Hilfsmittel in zunehmendem Maße nur Mittel zum Zweck werden.
Unabdingbare Voraussetzung für unsere Tätigkeit als Funkamateure bleibt aber — auch bei der im Laufe der Zeit gewandelten Zielsetzung unseres Strebens — der Besitz unserer Amateurbänder. Hier gilt der alte Satz vom „horror vacui", der „Furcht vor der Leere". Mit anderen Worten: wo wir uns zurückziehen, dort drängen sofort andere nach. Dieser Vorgang ist mit Sicherheit kein „umkehrbarer". Hüten wir uns deshalb davor, daß der Eindruck entstehen könnte, wir seien an irgendeinem unserer Bänder nicht mehr sonderlich interessiert! 6JG
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