Bővebb ismertető
Vorwort
Ökonomen und Händler schätzen, daß der jährliche Weltumsatz im Handel mit Aquarienfischen schon 4 Milliarden US Dollar überschritten hat und wahrscheinlich noch ansteigen wird. An der Weltproduktion der Aquarienfische hat Asien einen Anteil von 60 %, Südamerika von 30 % und die restlichen 10 % entfallen auf die übrigen Kontinente. Aus Asien werden vor allem Fische importiert, die in den Farmen von Singapur, Hongkong, Thailand und auf den Philippinen gezüchtet werden. Die südamerikanischen Fische werden in der freien Natur gefangen. Auf dem Weltmarkt überwiegt das Interesse an Süßwasserarten (90 %) über dem an Meereslebewesen.
Die Biologen nehmen an, daß der direkte Fang in der Natur heute an vielen Stellen die Grenze des Ertragbaren erreicht hat und allmählich eingestellt werden muß.
Der direkte Fang wird deshalb immer stärker eingeschränkt und ist bei einigen Arten völlig verboten.
Das wird jedoch in der nächsten Zukunft nicht nur an den Arbeitsaufwand der Züchter exotischer Fische erhöhte Anforderungen stellen, sondern auch an deren hohes fachliches Niveau. Der Bedarf an Zierfischen wird nämlich Immer stärker durch die Produktion aus künstlicher Zucht gedeckt werden müssen. Eine Preiskonkurrenzwird vor allem bei ständig ansteigendem Energiemangel zwischen den Ländern der gemäßigten Zone auf der einen Seite und den tropischen Ländern auf der anderen Seite nur dann möglich, wenn die Züchtereien, die in der gemäßigten Zone liegen, höchste Qualität und
ein möglichst breites Artensortiment erzielen. Diese Tätigkeit wird auch eine ausreichende, fundierte Fachliteratur benötigen. Es gibt zwar auf der ganzen Welt eine Unzahl von Arbeiten über tropische Fische, diese sind jedoch in verschiedenen Zeitschriften oder Sonderabdrucken verstreut und den Aquarianern allgemein nicht zugänglich. Dieses Buch ist das Ergebnis meiner Beschäftigung mit den Aquarienfischen unter besonderer Berücksichtigung Ihrer Fortpflanzung sowie zahlreicher wertvoller Anregungen, die ich der internationalen Fachliteratur entnehmen durfte. Trotzdem bleibt in diesem Buch vieles ungelöst und offen, vieles kann in der Zeit von der Ausarbeitung der Handschrift bis zur Herausgabe überholt oder geändert worden sein. Es gibt immer noch viele Fischarten, die sich in der Gefangenschaft bis jetzt noch nicht fortgepflanzt haben. Aber die Schranken unserer Kenntnisse werden Schritt für Schritt und von Jahr zu Jahr welter abgebaut, und was heute als großer Erfolg erscheint, kann morgen allgemein gültig oder sogar veraltet sein.
Wenn wir fragen, wozu all diese Mühe gut ist, ob der Arbeitsaufwand und die Mittel für die Zucht von Zierfischen nicht überflüssig sind, finden wir eine einfache Antwort. Ja, die Mühe lohnt sich, denn wir können die Natur nur durch eingehende Beobachtungen besser verstehen und Möglichkeiten finden, sie vor dem Menschen für den Menschen zu schützen. Gelingt uns das nicht, dann sind alle anderen menschlichen Anstrengungen überflüssig, denn gleichzeitig mit der Natur geht auch die Art Homo sapiens zugrunde.
Das Vorkommen der Fische in verschiedenen
Gewässern
Der Reichtum der heute lebenden Knochenfischformen ist so groß, daß die Zahl der Arten 50 Prozent aller heute lebenden Wirbeltierarten darstellt. Nach Schätzungen, die 1970 von dem amerikanischen Ichthyologen D. W. Cohen publiziert wurden, leben heute auf der Erde ungefähr 50 Arten Kieferlose (Agnatha), 515 bis 555 Arten Knorpelfische (Chondrostei) und 19 135 bis 20 980 Knochenfische (Osteichthyes). Diese Schätzung ist das Ergebnis vieljähriger
Arbeit, denn die Systematik der Fische wird durch die große Zahl von Synonymen (verschiedene Namen für die gleiche Art) sehr erschwert. Bei Feststellung der tatsächlich lebenden (nicht der beschriebenen) Arten mußten die Synonyme sorgfältig ausgesondert werden, was an die Arbeit der Ichthyologen erhebliche Anforderungen stellte.
Entsprechend dem Milieu, das die Tiere bewohnen, unterscheiden wir grundlegend drei