Bővebb ismertető
Im schneereichen Kriegswinter des Jahres 1916 begatm ich als Soldat in der wundervollen Bergwelt der Sextener Dolomiten meine photogra« phische Tätigkeit. Es war eine Klappkamera 10 X 15, mit einem Goerzi Anastigmat, die ich, zusammen mit der ausgezeichnet gelbgrün empfinde liehen Silbereosinplatte von 12 Grad Scheiner Allgemeinempfindlichkeit, oft stundenlang über Berg und Tal trug. Das Gewicht von Kamera und Platten brachte mir mit jedem Schritt deutlich die Notwendigkeit zum Bewußtsein, bei der Aufnahme stets mit Überlegung und Bedacht ans Werk zu gehen. Von der Flüchtigkeit eines Schnappschusses konnte bei diesem Aufnahmeformat naturgemäß keine Rede sein, und das war gut so. Ich gewöhnte mich daran, den Standpunkt und Ausschnitt sehr sorgfältig zu wählen. Diese Erstlinge aus meiner photographischen Tätige keit jener fernen Tage waren Bilder vom Toblacher See, vom Praxer Wildsee, von der Schusterhütte, vom Dreizinnenplateau, und ein Jahr später von der einzigartigen Berglandschaft des oberen Abteitales mit dem Grödner Joch, der Kreuzkofelf und Langkofelgruppe und auch von der Felsburg des Sellastockes mit der Bo&pitze und dem Eisdiadem der Marmolata. Auf diesen Wanderfahrten an der Südtiroler Frönt ent=i standen Bilder, die mir heute noch wegen ihres klaren, einfachen Bild^ aufbaues gefallen. Als ich nach 20 Jahren auf einer Wanderfahrt durch die Dolomiten diese Kriegserirmerungen wieder auffrischte, fand ich manchen Standpunkt, ja sogar manche Baumgruppe wieder, die ich damals zur Ausgestaltung des Vordergrundes mit Vorteil verwendet hatte, und ich konnte sie, als ich sie in Farben mit der Contax aufnahm, nach so vielen Jahren erfolgreicher lichtbildnerischer Tätigkeit nicht besser ins Bild stellen.
Wenn ich auch das für die Vergrößerung unpraktische Format der Kamera 10 X 15 gegen ein günstigeres 9 X 12#Format vertauscht habe, so blieb ich im Zuge der Verkleinerung des Kameraformates dieser Auf^ nahmegröße durch 20 Jahre treu. Ich arbeitete mich in der Folgezeit in das schwierige Aufnahmegebiet der Weichzeichnung ein und habe mit meinen Imagonbildern hm letzten Jahrzehnt auf allen groikn inter»» nationalen photographischen Ausstellungen Erfolg gehabt. Meine Erfahr rungen auf dem schwierigen Arbeitsgebiet der Weichzeichnung habe ich in meinen Büchern „Menschen, Sonne, Landschaft" und „Praxis der Weichzeichnung" für den strebenden Photofreund niedergelegt.
Dann kam auf einmal die Kleinkamera. Wie so viele Lichtbildner der alten Schule, lehnte auch ich sie anfangs ab. Die ersten Aufnahmeä^ ergebnisse des Kleinformates waren auch wenig verlockend. Bald erkannte man die Kornfrage als das entscheidende Problem für die weitere Enfe« Wicklung der Kleinbildphotographie. Es ist ja bekannt, daß im letzten Jahrzehnt durch besondere Feinkornemtdsionen und eigene Entwicklungssi