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DIE NATTERN
Seit einigen Tagen ist die stumpfe, gelbbraxme Fläche der Sumpfniederung heller geworden. Die tiefhängenden Wolken haben sich verzogen. Der Nebel ist auseinandergegangen. Die Sonne glitzert und glänzt auf Schilf und Gräsern. Ihr wärmendes Licht tupft auf den nassen Boden, gleitet über bleischwarze Wasserlachen und macht sie schimmernd. Die Halme zittern. Sie bewegen sich leise als weiße, zarte Striche, und auch die Zweige an den kleinen, schwachen Weidenbüschen mitten im Schilfrevier tanzen und schwingen im Frühlingswind. Sie zeigen bereits ein lichtes Grün, das wie ein Hauch unter dem blaugrauen Himmel liegt.
Neues Leben sickert durch das faulende Laub. Es schiebt sich in die Erdspalten hinein, von Tag zu Tag etwas weiter, bis es die Gänge und Höhlen erreicht, wo die Schlangen ruhen. Sechs Monate haben die Schlangen fast leblos und ohne Nahrung ausgeharrt. Rund 30 Zentimeter tief in der Erde sicherten sie sich gegen Frost und Niederschläge und zehrten von den im Körper aufgespeicherten Nahrungsstoffen. Bis zu 7 Grad Kälte hätten sie aushalten können. Bei 6 Grad Wärme sind ihnen wieder langsame Bewegungen möglich.
Nun ist es Anfang April. Der Zeitpunkt des Erwachens aus der Winterstarre ist gekommen. Das gilt