Bővebb ismertető
Vorwort zur dritten AuflageAls ich Mitte der fünfziger Jahre von der unvergessenen Dr. h.c. Erna Mohr zur Zusammenarbeit beim Sammeln von Angaben über Przewalskipferde aufgefordert wurde, nahm ich an, daß es sich um eine einmalige Tätigkeit im Rahmen der vorbereiteten Monographie handelt. Die Fragebogenaktion zeigte jedoch eine harte Tatsache: am 1. Januar 1956 lebten nur noch 41 Exemplare dieser Art in Gefangenschaft, und die Nachrichten über die in freier Natur lebenden Tiere waren sehr pessimistisch. Dies brachte die Autorin zur Abänderung der ursprünglichen Konzeption der Publikation. Aufgrund ihrer reichen Erfahrungen, Bemerkungen und eines ausführlichen Studiums der historischen Quellen bearbeitete sie nicht nur Kapital über die Importe von Wildpferden aus der Natur und die zu der Zeit existierenden oder bereits aufgelösten Zuchten in Gefangenschaft, sie verfaßte und veröffentlichte als Bestandteil der Monographie das erste Zuchtbuch dieser gefährdeten Art. Die Publikation erschien 1959.Ausgehend von der Initiative Dr. Möhrs organisierte der Zoologische Garten in Prag, als der damals größte Züchter, im Herbst desselben Jahres das erste Internationale Symposium zur Rettung des Przewalskipferdes. Hierbei wurde der gastgebende zoologische Garten mit der alljährlichen Herausgabe des Zuchtbuches beauftragt und ich sein Leiter.Frau Dr. h.c. Erna Mohr verstarb am 10. September 1968 nach schwerer Krankheit. In ihrem Nachlaß befanden sich Teile des für eine englische Ausgabe überarbeiteten Manuskriptes, das gleichzeitig als Vorlage der zweiten deutschsprachigen Ausgabe dienen sollte. Die fehlenden Endkapitel bearbeitete ich, sie enthalten Angaben bis zum Ende des Jahres 1968. Die erste englische und zweite deutschsprachige Ausgabe erschienen 1970.Mit Freude können wir feststellen, daß das Interesse für Przewalskipferde nicht nachläßt, im Gegenteil steigt, und das nicht nur bei Wissenschaftlern, sondern auch bei an Pferden interessierten Menschen unterschiedlicher Berufe. Darauf weist auch das Bedürfnis nach einer neuen, der bereits dritten Auflage dieser Monographie hin.Bei der Vorbereitung dieser Ausgabe habe ich ganz bewußt in den ersten sieben Kapiteln von Frau Dr. Mohr nur kleinere Abänderungen vorgenommen. Größere Änderungen mußten im 5. Kapitel (welches um neue Erkenntnisse ergänzt wurde) und im 7. Kapitel (hauptsächlich im Teil Fell und Färbung) gemacht werden. Im 10. Kapitel versuchte ich alle heutigen und einige bemerkenswerte bereits nicht mehr existierende Zuchtherden mit Angaben bis 1979 einzubeziehen. Die Kapitel 8 bis 13 sind neu. Ich nehme an, daß wir heute über so viele grundsätzliche biologische Daten der Przewalskipferde in der Gefangenschaft verfügen und daß diese vom Standpunkt der Zucht her so wichtig sind, daß es zweckmäßig ist, sie auszuwerten und zu publizieren.Die Zucht der Wildpferde in der ganzen Welt wurde nicht nur zum Vorbild für die Zuchten weiterer seltener Säugetiere, sie trug unstreitbar auch zur Rettung einer gefährdeten Art bei.Prag im November 1981Dr. Jifi Volf