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Die Entwicklung des Antiken und des deutschen Geldwesens [antikvár]

Paul Arnold

 
Das Münzkabinett Dresden zahlt zu den altesten Münzsammlungen Deutschlands. Seine ersten Bestande hat Herzog Georg (15001539), der zahlreiche Medaillen mit seinem Bildnis anfertigen lieB, erworben. Eng verbunden mit der Pfiege der Medaillenkunst war in der Renaissance die Beschaftigung mit antikén, besonders römischen Münzen, als deren Wieder-belebung und Fortsetzung die Medaille aufgefafit wurde. Das Interesse, antiké Münzen zu sammeln, erwachte zuerst in Italien wah-rend der Renaissance. Für die Italiener, die in der Antiké sowohl...
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Das Münzkabinett Dresden zahlt zu den altesten Münzsammlungen Deutschlands. Seine ersten Bestande hat Herzog Georg (15001539), der zahlreiche Medaillen mit seinem Bildnis anfertigen lieB, erworben. Eng verbunden mit der Pfiege der Medaillenkunst war in der Renaissance die Beschaftigung mit antikén, besonders römischen Münzen, als deren Wieder-belebung und Fortsetzung die Medaille aufgefafit wurde. Das Interesse, antiké Münzen zu sammeln, erwachte zuerst in Italien wah-rend der Renaissance. Für die Italiener, die in der Antiké sowohl das Ideál des von mittelalterlich-dogmatischen Bindungen freien Menschentums als auch im römischen Kaiserreich die Verwirklichung der politischen, wirt-schaftlichen und kulturellen Weltherrschaft sahen, waren die Zeugen der antiken Welt zugleich Bestandteile ihrer eigenen Vergangenheit und dar-über hinaus Symbole einstiger Freiheit und GröCe. Um sich jener Zeit zu erinnern, sammelten sie die Münzen der römischen Kaiser. Als einer der ersten begann Francesco Petrarca, der berühmte mit der Dichterkrone des römischen Senats ausgezeichnete Humanist, Münzen zu sammeln. Von ihm angeregt, legte in Deutschland zuerst Kaiser Kari IV. (13471378) eine Münzsammlung an. Die Beschaftigung mit den römischen Kaisermünzen weckte aber bald bei den italienischen Fürsten den Con-dottieri und aucli bei den Humanisten das Bedürfnis, sich selbst nach antikem Vorbild darstellen zu lassen. So entstand gleichsam als Ausdruck des neuen PersönlichkeitsbewfuBtseins die Medaille. Ihr Schöpfer und zugleich genialster Vollender war der italienische Maler Antonio Pisano, genannt Pisanello.In Deutschland waren die ersten Anhánger und Förderer dieser neuen Kunstgattung die Humanisten, die durch ihre Studien und die Beschaftigung mit der Antiké engste Beziehungen zu Italien unterhielten. Viele von ihnen, wie Degenhart Pfeffinger von Salmanskirchen, der Berater des sach-sischen Kurfürsten Friedrich III., oder Konrád Peutinger, der gelehrte Augsburger Stadtschreiber, sammelten antiké Münzen. Ihnen eiferten kunstsinnige Fürsten und Kaufleute nach. Bereits gegen 1560 konnte Hubert Goltz 950 Münzsammlungen in Európa erwahnen. Neben römischen, mitunter auch griechischen Münzen wurden frühzeitig Medaillen gesam-melt. Kurfürst August von Sachsen (15531586) berief nicht nur so bekannte Medailleure wie Valentin Maler aus Nürnberg und Tobias Wolf aus Bres-lau an seinen Hof, sondern bereicherte seine Sammlung auch durch An-kaufe von bleiernen Abgüssen ihm fehlender Originale. So vergröBerte sich die Dresdner Sammlung ursprünglich vor allém durch die Auftrags-politik der Kurfürsten. Unter Johann Georg II. (16561680) wurde sie dann neu geordnet und getrennt von der Kunstkammer aufgestellt. Das 18. Jh. erhob das Münzensammeln zur standesgemaBen Unterhaltung der Fürsten, da man in den Münzen eine wichtige Quelle für die Fürstenge-schichte, die Genealogie und Heraldik sah. Die Beschaftigung mit Münzen gehörte zu den 14 Wissenschaften, deren Grundrisse ein Hamburger Buch-handler unter dem Titel Der geöffnete Ritterplatz" herausgab. Die aus den Kunst- und Raritatenkammern der Renaissance gelösten Münzsamm-

Termékadatok

Cím: Die Entwicklung des Antiken und des deutschen Geldwesens [antikvár]
Szerző: Paul Arnold
Kiadó: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 150 mm x 210 mm
Paul Arnold művei
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