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Monatsschrift für das Gesamtgebiet der FotografieRedaktion: K. Richard Schimmrich, Leipzig . Verlag: Wilhelm Knapp, Halle/Saale Heft R Mai 1952 öFarbfotografie einst und jetztSo oft idi mich im vergangenen Jahr praktisch oder auch literarisch mit der Farbfotografie beschäftigte, kamen mir immer und immer wieder meine farbigen Aufnahmen von vor 40 Jahren in die Erinnerung zurück.Wie standen die Dinge damals? Zur Verfügung hatte man zunächst einzig und allein die A u t o c h r o m -Platte von Lumiere mit dem Dreifarben-Kornraster zwischen Glasplatte und Bromsilberschicht. Sie war von der Rückseite her zu belichten und mußte deswegen verkehrt in die Kassette eingelegt werden. Vor das Objektiv setzte man das dafür besonders geschaffene Zeiss-Dukar-Filter, so daß also die Lichtstrahlen zunächst durch dieses Filter, dann durch die Linse, anschließend durch die Glasplatte (von hinten) und endlich nodi durch die bunte Kornschicht hindurchdringen mußten, um überhaupt auf die Bromsilber-schidit einwirken zu können. Der Liditverlust war enorm! Man hatte mit einer rund sechzigfachen Belichtungszeit zu rechnen, d. h. die gewohnten Bruchteile von Sekunden wurden zu Bruchteilen von Minuten.Momentaufnahmen waren unter diesen Umständen last unmöglich. Jede Aufnahme, die gelingen sollte, mußte eine Stativaufnahme sein. Wer aber mit einigen Kenntnissen und Erfahrungen arbeitete und auch manche Unbequemlichkeit und Mühe nicht scheute, der errang Erfolge, deren er sich heute absolut nicht zu sdiämen braucht.Idi besitze ein zweibändiges Werk mit 250 farbigen Aufnahmen und finde darin immer wieder meine Ansicht bestärkt, daß das damalige Verfahren unter gewissen Bedingungen zu sehr beachtlichen Resultaten führte. Es soll aber nicht verschwiegen werden, daß dem Autochrom-Verfahren wie später auch der Agfa-Farbenplatte Mängel anhafteten, die auf. dieser ersten Stufe der Entwicklung eben in Kauf zu nehmen waren. Wir erhielten jedenfalls erstmalig und immer auch zu unserer größten Freude ein farbiges Diapositiv.Als Nachteil dieser farbigen Platte erwies sich bei der Projektion die Notwendigkeit des Vorhandenseins einer sehr starken Lichtquelle (Bogenlidit).In der Farbenwiedergabe, die in den satten und dunklen Tönen sehr gut war, zeigte sich ein weiterer Nachteil: die drei Farben des Kornrasters schlugen bei den hellklaren, zartfarbigen Flächen durch. Je größer diese Flächen, desto sichtbarer das dreifarbige Korn.Interessant ist allerdings an den Originalen, wie unverändert sich die Farben trotz der vergangenen vierzig Jahre erhalten haben.Jedoch: alle diese Loblieder nützen heute nichts mehr! Dieses und die ähnlichen Verfahren sind durch die jüngste Entwicklung überholt und damit abgetan. Mit der neuesten Errungenschaft, demAgfacolor-Negativ-Positiv-Verfahren, ist nun, wenn auch vielleicht nicht die letzte, so doch eine sehr, sehr hohe Stufe erreicht. Das dreifarbige grobe Korn-