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Vorwort
Vor einem lialbcn Jaln-hnndorl. Endo der zwanziger .Jnhro, stellte die leUle Sill)ci-grid)0 Sachsens, die „Alle IIoITnnng Golles" zu KleinvoisLsl'crf; hei Siebenlolin, den Fiii-(lorlH;lriob ein. Ilire Stillegunf; mnrkicric das Ende des trndilionsreic.lion, .seil, dem Millol-nllcr liUihondcn Silberbcrgbaiis im Erzgol>irf;o.
Der Besitz von Silber — in neutschlnnd bis 1871 VViiln-iingsmetall — war gleichbedeutend mit Reichtum und Macht. Die Markgrafen von Meitien — später Kurfürsten und Könige von Sachsen — aus dem Hause Wettin genossen beides. Als Landesfürsten und Alleininliabern des Berg- und Münzregals strömte ihnen jahrhundertelang die reiche Ausbeute der erzgebirgischen Silbergruben zu und wurde in ihren Prägewerkstätten zu Zahlungsmitteln vermüiizt, die weit über die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinaus zirkuherten. Ja, mehr noch: das sächsische Edelmetall wurde zu einer der wichtigsten und beständigsten Stützen der Reichswährung.
Millionen und Abcrmillionen Silbermünzen der verschiedensten Nominale, vom winzigen Heller bis z>mi sclnvergewichtigen mehrfachen Taler, später auch Gold- imd Knpfer-stücke, gingen aus den Münzstätten des Sachsenlandes hervor. Von wenigen, geldgcschiclit-lich bedingten Ausnalnnen abgesehen, wurden liier stets vollwertige Münzen geschlagen und die geltenden Vorschriften nach Schrot und Korn gewissenhaft eingehalten; der gute Ruf des sächsischen Geldes beruhte auf durchaus realer Grundlage. Besonders die hocli-legierten groben Sorten wurden als Zahlungsmitlcl in nali und fern akzeptiert und — von auswärtigen Münzständen als willkommenes ,,Rohsilber" tonnenweise wieder eingesclunol-zen. Die Gewinnsucht der Geldwechsler und der zahlreichen silberarmen Territorialfürsten, aber aucli die wiederholten Münztußänderungen m^d Währimgsreformen trieben den weil-aus größten Teil der alten sächsisclien Silbermünzen i'ilicr kurz oder hing In den Schnielz-tiegel.
Was erhalten blieb, be.schäftigte Generationen von Numlsmatikern und Münzsammlern; ilir Forscher- und Sammlerfleiß fand seinen Niederschlag in einer umfangreichen Spe-zialllteratur. Sie reicht von den ,,Münzbelustigungen" der Barockzeit über die vielfältige deskriptive Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts bis zur simplen, rein spekulativ orientierten Preisliste der kapitalistischen Gegenwart.
Sieht man die ältere Münz- und Medaillenliterntnr durch, so fällt auf, daß die Klassiker der sächsischen Numismatik ausschließlich spezielle, auf bestimmte Münznominale l)e-schränkte Teilgebiete innerhalb der Gesamtprägung bcarl)eilot liabcn. So gilU Baunignrlcn (1812) eine Zusammenslellung der kursächsischen Gohbnünzen \uid -medaillen nach dem Dukalenstandnrd, />i(.9.«/oi/(1801), Ampach (18.37) und Rrhmein (1888/1900 bei Katalogisierung der Engrlliardlüchm Sammlung) bescliricben die größeren Silbernominale, Gedenkmünzen und Medaillen, Gütz (181.1.) bearbeitete u. a. auch die sächsischen Kleinmünzen und Ncumnnn (18.58) die Kupferprägungen. Im Katalog dor Sammlung Vngehnng (192,5) finden sich zahlreiche sächsische Ausbeutemüuzen und -medaillen. Der vielzltierle Katalog der Sammlung Merseburger (1894) ist im Grunde genommen nur eine Verkaufsliste, allerdings der wohl umfassendsten Kollektion sächsischer Münzen und Medaillen, die je ein Privatsammler zusammengetragen hat.
Gemeinsames Merkmal all dieser Veröffentlichungen ist, daß sie sich im wesentlichen auf die beschreibende Aufzählung des Materials beschränken, das in einzelnen Sammlungen vorhanden war, ohne eine systematische Darstellung der einzelnen Münztypen zu Iileten,