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Wie dieses Buch entstand
Als ich bei der Schachpartie saß, auf die sich mein geselliger Verkehr immer ruhiger beschränkt, drangen die heiligen Drei Könige ins Café. Ungestüm, denn sie froren an ihren baumwollenen Trikotbeinen. Hinter ihnen blies die reine Winter-luft in unsere durchrauchte Wärme, weil die Tür fürs Gefolge offen blieb: für einen Jüngling, der das wächserne Christkind in der Krippe trug, für seine graue "Wolfshündin, für einen Knaben mit einem Lämmchen auf dem Arm und für die vielen Kinder, die den heiligen Drei Königen von Wirtschaft zu Wirtschaft nachzogen.
Während der schwarze heilige König — an unfestlichen Tagen Verkäufer im Eisengeschäft nebenan — seine Sammelbüchse schüttelte, um Spenden für Waisenkinder locker zu machen, trompetete der braune heilige König eindringlich.
Ich sah sie an und dachte dabei, daß ich sie schon zum vierten Male so sah, weil dies der vierte Vorabend Ephiphania war, den ich in Locarno verlebte. Immer im selben Café, immer am selben Schachtisch, gleichmütiger Jahr für Jahr und — müßiger.
Während ich meinen Hund beruhigte, der wegen der Wolfshündin winselnd an der Leine zog, dachte ich immerzu: schon das vierte Jahr Locarno, schon das vierte Jahr ruhigen Lebens, das unmerklich zum müßigen Leben wurde
Im ersten Jahr Locarno schrieb ich ein Buch, die „Ernte", und dazu noch allwöchentlich ein Zeitungsfeuilleton. Im zweiten, da die Zeitungsarbeit nicht mehr in Einklang mit meinem ruhigen Leben zu bringen war, nurmehr ein Buch, den „Luzifer". Im dritten Jahr ließ ich es beim Versuch bewenden, ein Buch zu schreiben, und nun im vierten Locarno-Jahr: gar keine