Bővebb ismertető
Einleitung
Im Gegensatz zu jedem anderen schöpferischen Medium ist die Fotografie eine Sache des Augenblicks. Komplexe Szenen lassen sich im Bmchteil einer Sekunde festhalten, und das mit großer Leichtigkeit. Keine besondere Fertigkeit ist erforderlich, um ein „Bild" aufzuzeichnen; mit einer modernen automatischen Kamera ist eine technisch einwandfreie Aufnahme gewissermaßen garantiert.
Nichts hat mehr zur Popularität der Fotografie beigetragen als die Kleinbildkamera. Geschaffen wurde sie unter Ausnutzung des 35 mm breiten Kinofilms. Zum erstenmal ließen sich viele Bilder in schneller Folge aufnehmen, ohne daß nach jeder Belichtung umständlich nachgeladen werden mußte. Das neue Format war durch seine geringe Größe überaus handlich und schnell. So wurde es bald populär - zunächst bei Bildjoumali-sten, die seine Möglichkeiten für eine neue, eindringlichere Art der Fotografie erkannten, später auch in der Öffentlichkeit. Heute beherrscht die Kleinbildkamera den Amateurmarkt. Technisch ist sie zu hochgradiger Perfektion entwickelt, und laufende Verbesserungen bringen immer größeren Bedienungskomfort und höhere Genauigkeit. Inzwischen ist die Fotografie so einfach geworden und mit einem solchen Erfolgserlebnis verbunden, daß sie für Millionen Menschen das beliebteste Mittel persönlichen Audrucks darstellt. Enorm ist deshalb die Zahl der aufgenommenen Fotos, und die Mehrzahl erhebt keinen Anspruch auf Kreativität. Meist sind es einfache Erinnerungen an Ferien, Familie und Freunde. Die Allgegenwart und einfache Bediemmg der Kamera sind es, die ihre Anwendung so vervielfacht haben. So kann die Kamera einfach eine Art Notizbuch sein oder das Werkzeug eines Künstlers; die Ergebnisse reichen vom Außergewöhnlichen bis zum Banalen; und das einzige Bindeglied zwischen all diesen Bildem ist der fotografische Prozeß. Angesichts unserer modemen Kleinbildkameras und fotografischen Verfahren scheinen die Anforderungen an das handwerkliche Köimen immer geringer zu werden. Gerade die Tatsache, daß sich eine Aufnahme so schnell - und oft genug so mühelos - machen läßt, erschwert die Unterscheidung zwischen emstgemeinter Fotografie und geknipstem Bildchen. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint es nur wenige gültige Nonnen zu geben. Selbst in der engagierten, schöpferischen Fotografie gibt es so vielfältige Auffassungen, Auslegungen und Philosophien, daß nur selten Einigkeit darüber herrscht, was ein gutes Bild ausmacht. Die meisten Bildjournalisten schwören auf Einfachheit und Ehrlichkeit in ihrer Arbeit, während der Erfolg des Sachfotografen oft von seiner Fähigkeit abhängt, die Dinge zu manipulieren und Illusionen zu erwecken.
Trotzdem bleiben gewisse Gmndlagen konstant, ob sich die Fotografie nun