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Kurt LarchMikroaufnahmen richtig belichtetIn der Mikrofotografie vermutet man oft fälschlicherweise, daß die Ermittlung der richtigen Belichtungszeit kaum noch Schwierigkeiten bereiten würde, da die Lichtquelle konstant und die Kombinationen der Vergrößerungen feststehend sind. Letzteres ist bei den Kleinbildkameras der Fall, die durch ein Zwischenstück mit oder ohne Einblickfernrohr starr mit dem Mikroskop verbunden sind. Die Praxis sieht aber etwas anders aus. Die Lichtquelle ist nicht immer so konstant, wie es den Anschein hat. Bei der Verwendung eines Transformators für Niedervoltlampen, der ja bekanntlich an Wechselstrom angeschlossen wird, mag das noch gehen. Hat man aber nur Gleichstrom zur Verfügung und muß demnach mit einem Widerstand arbeiten, dann machen sich die Spannungsschwankungen im Netz sehr unliebsam bemerkbar.Ein weiterer Faktor, der eine Schematisierung der Belichtung beeinträchtigt, ist die Lichtdurchlässigkeit des Objektes. Diese läßt sich äußerst schwer schätzen. Ferner ist die Öffnung der Aperturblende sehr wesentlich. Gerade mit der Aperturblende kann man die stärksten Lichtunterschiede in der Bildebene herbeiführen. Der Belichtungsspielraum bei Mikro- und Dünnschichtfilmen ist bedeutend geringer gegenüber den Universalfilmen zwischen 17/10 und 21/10 °DIN. Dadurch macht sich eine genaue Belichtung erforderlich. Diese Faktoren haben bisher ergeben, da man hinsichtlich der Belichtung von Mikroaufnahmen immer noch auf Schätzungen und Erfahrungswerte angewiesen ist. Selbstverständlich hat es nicht an Bestrebungen gefehlt, einwandfreie Belichtungszeiten zu ermitteln. Ein Verfahren, das auch heute noch Bedeutung hat, ist die Belichtungsreihe. Dabei macht es sich erforderlich, von jedem Objekt erst einmal die Belichtungsreihe aufzunehmen und zu entwickeln, damit man die Werte für die endgültige Aufnahme erhält. Diese Methode ist also ziemlich umständlich. Auf diese Weise sind bisher jedoch die besten Erfolge erzielt worden.Ein vereinfachtes Verfahren, das besonders in der Kleinbild-Mikrofotografie angewendet wird, ist folgendes: Von jedem Objekt macht man nicht nur eine, sondern drei bisvier Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten. Die als normal geschätzte Belichtungszeit soll dabei möglichst in der Mitte liegen. Wenn man einige Erfahrung hat und vor allem gleichmäßige Objekte fotografiert, kann man auch mit dieser Methode gute Ergebnisse erzielen. In der normalen Fotografie hat sich gerade in den letzten Jahren der elektrische Belichtungsmesser bewährt. Auch in der Mikrofotografie kam dieses Prinzip zur Anwendung. Es wurden Geräte entwickelt, die ein mit einer Fotozelle versehenes Aufsatzstück haben, das an Stelle des Okulars in den Tubus eingesetzt werden kann. Die von der Fotozelle erzeugte Energie wird durch ein empfindliches Meßinstrument registriert. Die neuesten Geräte dieser Art sind mit Meßinstrumenten versehen, die drei Empfindlichkeitsstufen besitzen und dadurch eine Messung bei sämtlichen Vergrößerungen ermöglichen.Leider stehen diese Geräte noch nicht jedem zur Verfügung. Die für die normale Fotografie gebauten Belichtungsmesser lassen sich aber auch für die Mikrofotografie verwenden. Ihre Empfindlichkeit ist groß genug, um Messungen bei mittleren Vergrößerungen durchführen zu können. Es ist aber erforderlich, daß der verwendete Belichtungsmesser für die Mikrofotografie speziell geeicht wird. Das Verfahren ist folgendes:Man stellt zunächst die Beleuchtung nach dem Köhler'schen Prinzip ein, um eine maximale Lichtausbeute zu erreichen. Dann wird ein Präparat unter das Mikroskop gebracht und darauf scharf eingestellt. Dabei verwendet man bereits den Tubus und das Zwischenstück der Miflex. Nachdem die Aperturblende genügend geöffnet ist, nimmt man das Zwischenstück ab und mißt mit dem Belichtungsmesser direkt oberhalb des Projektivs. Die ermittelte Belichtungszeit bei Blende 1,4 wird notiert. Anschließend wird das Zwischenstück mit der Kamera aufgesetzt und eine entsprechende Belichtungsreihe aufgenommen. Für die Beurteilung der Negative ist es vorteilhaft, wenn in der Belichtungsreihe sämtliche Stufen vertreten sind, also vom vollkommen unterbelichteten bis zum vollkommen überbelichteten Negativ. Für die Eichung ist deshalb eine weitgesponnte Belichtungsreihe vorteilhaft, die mindestens 10 bis 12 Belichtungszeiten umfaßt. Die mit dem elektrischen Belichtungsmesser ermittelte Zeit "wird als Mittelwert genommen. Man beginnt am zweckmäßigsten mit der kürzesten Belichtungszeit und hört mit der längsten auf. Der fertige Filmstreifen zeigt dann die günstigste Belichtung, die zu dem gemessenen Wert in Beziehung gesetzt werden kann.Die von mir durchgeführten Versuche mit dem elektrischen .Zeiss-Belichtungs-messer" (für die normale Fotografie) unter Verwendung der Zeiss-Mikroskopier-leuchte C (Niedervoltlampe 6 Volt / 2,5 Ampere), der Zeiss-Miflex mit Einblickfernrohr für Kleinbildfotografie und dem Agfa-Kleinbildfilm Isopan FF 10/10 °DIN ergaben folgende Werte:Der Meßbereich des Zeiss-Belichtungsmessers reichte bis zu Messungen mit dem Objektiv HI90fach, (n. A. 1,25) und dem Projektor 4:1. Der Lichteinfall war gerade nodi meßbar. Bei Verwendung des Projektivs K 2,5:1 ist der Zeigerausschlag noch deutlich zu erkennen. Der Isopan FF-Film erfordert eine Belichtungsmesser-Einstellung auf 15/10 °DIN. Die günstigste Belichtungszeit kann dann bei Blende 1,4 abgelesen werden.Verwendet man in der Mikroleuchte eine Mattscheibe (oder im Strahlengang Farbfilter), so muß ihr Verlängerungsfaktor ermittelt werden, der bei der Aufnahme unbedingt zu berücksichtigen ist, denn der Belichtungsmesser zeigt bei Verwendung einer Mattscheibe nicht mehr an. Das Gleiche ist bei Farbfiltern in Verbindung mit stärkeren Vergrößerungen der Fall,Die Ermittlung eines Filter-Verlängerungsfaktors erfolgt mittels zweier Messungen unter Verwendung schwacher Objektive. Die auf der Skala abgelesene Differenz zwischen der Messung mit und ohne Filter ist der Verlängerungsfaktor. Beispiel: Messung mit Filter = Ablesung bei Blende 1,4 Vio Sek. Messung ohne Filterablesung bei Blende 1,4 '/so Sek. Die Via Sek. wird jetzt bei Blende 2,8 abgelesen, also zwei Blendenstufen weiter. Der Verlängerungsfaktor betrögt demnach zwei volle Blendenstufen. Auf die gleiche Art kann man die Verlängerungsfaktoren für die Projektive ermitteln.Bei Mattscheiben (in der Mikroleuchte) kann diese Methode jedoch nicht mehr angewendet werden, da sie relativ viel Licht zurückhalten, so daß der Belichtungsmesser nicht mehr anzeigt. Trotzdem lassen sich auch hier gute Ergebnisse erzielen. Der Belichtungsmesser wird in den Lichtkegel der Leuchte gehalten und so nahe an sie herangeführt, bis der größtmögliche Zeigerausschlag erreicht ist. Dann wird die Mattscheibe in die Ausfrösung der Mikroleuchte eingesetzt und der Lichtabfall in Blendenzahlen auf der Skala (des Be-lichtungsmessers) festgestellt. Die ermittelte Blendenzahl ist der Verlängerungsfaktor für die Mattscheibe. Ferner ist es ratsam, die Verlängerungsfaktoren für die Öffnung der Aperturblende zu ermitteln. Es kommt öfter vor, daß Präparate der größeren Tiefenschärfe wegen mit kleiner Aperturblende aufgenommen werden müssen. Hat man ein dichtes Objekt und außerdem Farbfilter im Strahlengang, so kann es vorkommen, daß der Belichtungsmesser selbst bei schwächeren Vergrößerungen nicht mehr anzeigt, öffnet man aber die Aperturblende nur um einige Teilstriche, so ist sofort ein merkbarer Zeigerausschlag festzustellen. Nach Ermittlung des Verlängerungsfaktors für einen Teilstrich kann die Blende wieder geschlossen und die Belichtungszeit um den festgestellten Faktor verlängert werden.Wenn diese behelfsmäßige Lösung nicht den gleichen Erfolg bringen kann wie die von der Industrie spezieil hergestellten und technisch ausgereiften MikroBelichtungsmesser, so dürfte sie jedoch in den meisten Fällen genügen. Abschließend möchte idi noch auf eine Möglichkeit hinweisen, die sich bei der Belichtung von Mikroaufnahmen mit Erfolg anwenden läßt. Es ist die Verwendung der Belichtungsuhr (Schaltuhr) aus der Dunkelkammer. Sie garantiert einmal die genaue Einhaltung der lange Belichtungszeiten; ferner ist mit der Belichtungsuhr eine feinere Abstufung zu erreichen, da bedeutend mehr Zwischenwerte vorhanden sind. Darüber hinaus besteht koum die Gefahr des Verwackeins (so z. B. bei hart arbeitenden Verschlüssen I), denn die Schaltuhr steht mit dem Mikroskop nicht unmittelbar (mechanisch) in Verbindung.Gerd Bauer, HalleDie vierte Dimension" und die moderne" Fotografie1. Teil: Allgemeine BetrachtungenDie Frage der modernen Fotografie ist nicht losgelöst zu denken von der Gesamtheit der naturwissenschaftlichen Anschauungen, die das Gesicht der Zeit prägen und die Veränderungen des materiellen Lebens bestimmen. Auch in der Welt der Denk- und Empfindungsweisen scheint sich ein neues Bezugssystem aus Ich und Natur herausgebildet zu haben, das in entscheidender Weise unser Wirklichkeitsbewußtsein beeinflußt.Aus dem Ahnen dieser Beziehungen erhebt sich die Frage, wie dieses neue Wirklichkeitsbewußtsein, das sich oft nur zögernd in den scheinbar wesensfremden Ausdrucksüußerungen künstlerischer Betätigung auszuwirken scheint, geartet ist. Wie reflektiert es zum Beispiel in der Welt fotografischer Gestaltung, welche bildauslösenden Möglichkeiten eröffnen sich?.Zum Verständnis des Wesens einer Erscheinung gibt es ein klassisches Verfahren", das sich in der Theorie der modernen Kunst bereits bewährt hat. .Es besteht in dei