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Trick als Gestaltungsmittel
Mit dem Begriff „Fototricks" verbinden sich mannigfaltige Vorstellungen, angefangen von der Meinung, daß es sich dabei um Fälschung und Betrug handelt, bis zu der Auffassung, daß solche Verfahren nicht mehr als fotografische Mittel gelten können und ihre Anwendung zwangsläufig zum Formalismus führen muß. Diese Polemik ist eng mit der Frage verbunden, ob die Fotografie als Kunst zu betrachten ist oder als mechanisches Abbildungsverfahren abgetan werden kann. Die einen geben ihr keine Chance, jemals in das Reich der Kunst aufgenommen zu werden, weil sie ihrer Meinung nach durch die Objektgebundenheit und die Zwangsläufigkeit des technischen Prozesses keine „freie" Bildgestaltung zuläßt; die anderen weisen darauf hin, wie vielfältig gerade die fotografischen Gestaltungsmittel sind und welche Fülle von Möglichkeiten dem Fotografen in bildmäßiger Hinsicht offenstehen. Unbestritten bleibt dabei die Tatsache, daß die Handhabung der fotografischen Gestaltung mittel sehr schwierig ist, weil sich der Fotograf mit einer Vielzahl technischer Verfahren auseinandersetzen muß, deren Wirkungsbereich im einzelnen wiederum streng begrenzt ist. Es ist darum ganz natürlich, wenn er versucht, diese Grenzen durch Ausnutzung aller Möglichkeiten zu erweitern und wenn er zur Verwirklichung seiner schöpferischen Ideen auch Trick und Montage in seine Arbeit einbezieht. Dabei darf man das technische Verfahren nicht ohne weiteres mit der Form, mit Formalismus gleichsetzen. Entscheidend für den Wert eines Bildes ist sein Inhalt. Wo ein positiver und realistischer Inhalt vorhanden ist, kann es keinen Formalismus geben, ganz gleich mit welchen Stilmitteln ein Bild geschaffen worden ist.