Bővebb ismertető
Trick als GestaltungsmittelMit dem Begriff Fototricks verbinden sich mannigfaltige Vorstellungen. Neben der positiven Einstellung zum Trick als Gestaltungsmittel gibt es die Meinung, daß es sich dabei um Fälschung und Betrug handelt, oder die Auffassung, daß solche Verfahren nicht mehr als fotografische Mittel gelten können und ihre Anwendung zwangsläufig zum Formalismus führen muß. Die Ansicht, daß die Fotografie durch ihre Objektgebundenheit und die Zwangsläufigkeit des technischen Prozesses keine freie Bildgestaltung zuläßt, ist heute überwunden. Inzwischen hat man erkannt, wie vielfältig gerade die fotografischen Gestaltungsmittel sind und welche Fülle von Möglichkeiten dem Fotografen in bildmäßiger Hinsicht offenstehen.In unserer Gesellschaft ist die Fotografie fester Bestandteil der kulturellen Tätigkeit geworden. Unbestritten bleibt aber die Tatsache, daß die Handhabung der fotografischen Gestaltungsmittel besonders schwierig ist, weil sich der Fotograf mit einer Vielzahl technischer Verfahren auseinandersetzen muß, deren Wirkungsbereich im einzelnen streng begrenzt ist. Es ist darum ganz natürlich, wenn er versucht, diese Grenzen durch Ausnutzung aller Möglichkeiten zu erweitern, und wenn er zur Verwirklichung seiner schöpferischen Ideen auch Trick und Montage in seine Arbeit einbezieht. Die Gefahr, daß bei der Anwendung dieser Verfahren inhaltlose Gebilde entstehen, ist dabei nicht größer als bei jedem normalen Druck auf den Auslöser. In jeder Phase sei-nes Schaffens ist der Fotograf bestrebt, durch Abstraktion das Typische eines Motivs im Bild herauszuarbeiten. Dabei muß man unter Abstraktion nicht die Flucht vor dem Gegenstand verstehen, sondern vielmehr die Steigerung der Aussage, die Vertiefung des Bildinhaltes durch die ihm adäquate Form. Es kommt immer darauf an, worauf der Blick des Fotografen gerichtet ist. Das gilt für die Arbeit in der Dunkelkammer genauso wie für den Blick durch den Sucher.Der Zusammenhang zwischen Inhalt und Form ist untrennbar. Die Bildaussage kann nur dann zur vollen Wirkung gelangen, wenn es der Fotograf versteht, die Form zu finden, die seine Gedanken und Gefühle richtig zum Ausdruck bringt. Dieses Wechselverhältnis von Inhalt und Form existiert nicht als Rezept oder Faustregel: Es muß vom Fotografen immer wieder neu durchdacht werden. Um für einen bestimmten Inhalt die beste Lösung, die beste Form zu finden, muß man alle Möglichkeiten der fotografischen Technik beherrschen. Daß man Trick und Montage tatsächlich auch zur Herstellung unrealistischer und gegenstandsloser Machwerke mißbrauchen kann, spricht nicht gegen diese Verfahren, sondern für die Notwendigkeit, zur sinnvollen Anwendung anzuleiten. Um Mißbrauch zu treiben, bedarf es keiner Anleitung, um ihn zu verhindern aber des guten Beispiels. Die Technik kann in der Fotografie immer nur Mittel zum Zweck, nie Endzweck sein.