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Die Freude am Garten
Große Fenster, Flügeltüren, Balkoné und Terrassen sind Mode geworden, ja mehr als das, sie gehören zum neuzeitlidien Lebensstil und werden nie mehr versdiwinden, mögen sonst die Moden kommen und gehen; denn die Voraussetzungen für diese Einbeziehung der Gärten in die Wohnräume werden bleiben. Es bleibt die Übervölkerung der Städte, es bleiben Lärm und Hast des Alltags. Jedes Stüdcdien Garten, so klein es audi sein mag, stillt dem modernen Menschen eine Sehnsudit, sdienkt ihm ein Enddien des Paradieses wieder, aus dem er selbst sidi aus-gesdilossen hat. Nidits tut dem Auge und der Seele so wohl wie der Bilde auf das Grünen und Blühen, wie die Besdiäftigung mit der Pflanze als Gesdiöpf, als dem Liebenswürdigsten und Liebenswertesten, was aus den Händen des Sdiöpfers hervorging. Pflanzen reden mit uns, wir müssen nur bereit sein, sie zu hören. Die Freude an den Pflanzen ist ein Genuß, der keine Reue kennt; darin liegt ihre Zeitlosigkeit. Die Hinneigung des Men-sdien zur Pflanze ist so alt wie die mensdilidie Kultur.
Wie jede Liebhaberei kann man audi sein „Pflanzenhobby" auf vielerlei Ebenen betreiben. Sogar der Snob hat hier die Mög-lidikeit, mitzutun. Er setzt seinem Gartenarchitekten 20 000 DM aus und gibt ihm den Auftrag, alle die prächtigen und aufwendigen Pflanzen zu kaufen, die anderen zu teuer sind. Man braudit ihre Namen nicht zu kennen, sie blühen trotzdem; man braucht von ihrem Leben und ihrer Heimat nichts zu wissen, die Vorübergehenden werden sidierlidi, von der Pradit überwältigt, am Gartenzaun stehenbleiben. Aber vergessen wir nidit: die Pflanzen haben die Eigenart, uns In ihren Bann zu ziehen, denn der Sinn für Schönheit Ist uns Mensdien angeboren. Und wo gäbe es Vollendeteres als Im Pflanzenreich? Wer sich der Freundschaft, zu der die Pflanze Immer und überall bereit ist, nldit völlig öffnet, weiß nldit, was er versdienkt, denn er läßt