Bővebb ismertető
Vorwort Die Terraristik hat in den letzten Jahrzehnten einen gewaltigen Aufschwung genommen und mit ihr auch die entsprechende populárwissenschaftliche Literatur. Der verantwortungsvolle Umgang mit Amphibien und Reptilien setzt ein vergleichsweise hohes Kenntnisniveau biologischer und ökologischer Zusammenhánge voraus. Vielfach sind Lebens- und davon abzuleitende Haltungsbedingungen der Pfleglinge noch wenig bekannt und erfordern ein hohes MaB an geistiger Auseinandersetzung und Kreativitát vom Pfleger. Noch immer bildet eine regelmáfiige Zucht über viele Generationen im Unterschied zu anderen Gebieten der Heimtierhaltung, etwa der SüBwasseraquaristik, eine Ausnahme. In der populárwissenschaftlichen terraristischen Literatur fehlt unseres Erachtens bisher ein Werk, das die riesige systematische Vielfalt der Amphibien und Reptilien widerspiegelt und wenigstens Grundinformationen über Familien und Gattungen liefert, die oft nur als bloBe Namen in Checklists auftauchen, jedoch als Pfleglinge in Betracht kommen. Auch hier besteht ein wesentlicher Unterschied zur Aquaristik darin, daB nahezu alle Amphibien und Reptilien unter Heimbedingungen pflegbar sind. Aus diesem Grundé habén wir uns um eine weitgehende Gattungsvollstándigkeit bemüht und alle anerkannten Namen aus vorliegenden Checklists berücksichtigt. Auch die wichtigsten Synonyme wurden aufgenommen. Demgegenüber schien es nicht sinnvoll, allén modernen Revisionen zu folgen. Das Konzept der von uns angestrebten Gattungsvollstándigkeit legte aber andererseits Beschránkungen innerhalb der Artennennung auf. Sie stellt oft nur eine reprásentative Auswahl dar. Insbesondere bei umfangreichen Gattungen wird der kenntnisreiche Terrarianer deshalb manche Art vermissen. Fang, Handel und Haltung von Wildtieren habén im WeltmaBstab AusmaBe angenommen, die neben zahlreichen nationalen Schutzbestimmungen internationale Regelungen nötig machten, wie z. B. das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Bislang sehr begehrte und dadurch besonders bedrohte Arten werden zukünftig bestenfalls noch durch Gefangenschaftsnachzuchten für die Terraristik zugánglich sein. Andererseits gibt es eine Vielzahl in ihrem Bestand nicht bedrohter Arten, auf die bislang kein Augenmerk gerichtet wurde. Es kann allerdings nicht darum gehen, auch diese Arten noch zu gefáhrden, sondern zu einer verantwortungsvollen, kontrollierten Entnahme von Wildtieren zu gelangen. Das entbindet die Terraristik nicht, sich auf die kontinuierliche Nachzucht möglichst vieler Arten zu konzentrieren. Bei wenig bekannten Gattungen ermöglichen selbst spárliche Angaben über Anatomie und Morphologie, Lebensraum und Lebensweise Rückschlüsse auf Haltungsansprüche, vor allém bei vollstándiger Nutzung des Verweissystems. Aus diesem Grundé wurde neben dem speziellen Teil auch Wert darauf gelegt, weiterführende Stichworte aus den Sachgebieten Ökologie, Zoogeographie und Ethologie aufzunehmen. Zusammen mit praxisbezogenen Sachgebieten, wie Terrarientechnik, Terrarienpflanzen, Futtertierzucht und Krankheiten der Terrarientiere, sowie den ergánzenden Sachgebieten Taxonomie, Physiologie, Genetik und bedeutende Herpetologen, erhált der Leser in knapper Form zahlreiche Informationen, die ihm sonst nur durch das Studium der weltweit verstreuten Primárliteratur zugánglich wáren. Unser Dank gilt sowohl den Mitautoren Dr. Engelmann, Dr. Eulenberger und Dr. Köhler, die einzelne Sachgebiete bearbeiteten, als auch den zahlreichen Bildautoren und den Zeichnerinnen, Frau Britta Matthies und Frau Traudl Schneehagen, deren Anteil an der Gestaltung des Lexikons für den Leser klar ersichtlich ist. Nicht weniger habén aber auch die Gutachter, Prof. Dr. Peters und Dr. Petzold, sowie der Verlag dazu beigetragen, unsere Idee verwirklichen zu helfen, ein Lexikon der Terraristik und Herpetologie zu erarbeiten. Auch ihnen sei herzlich gedankt. Beim weitgespannten Rahmen der Thematik lassen sich Unzulánglichkeiten und selbst Fehler nicht immer vermeiden. Deshalb sind wir für kritische und förderliche Hinweise dankbar. Es ist unser Wunsch, mit dem vorliegenden Lexikon zur weiteren Förderung der Terraristik beizutragen und dem Benutzer ein zuverlássiges, informatives Nachschlagewerk in die Hand zu geben. Fritz Jürgen Obst Klaus Richter Udo Jacob