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Kann man nachts überhaupt fotografieren?
Tja, lieber Leser, diese Frage werden Sie vielleicht etwas erstaunt stellen, wenn Sie noch nichts oder nur sehr wenig mit fotografischen Dingen zu tun hatten; Sie werden sie wißbegierig beantwortet haben wollen, wenn Sie zwar schon länger fotografieren, aber sich auf dem Gebiet der Nachtfotografie bisher noch nicht versuchten. Nun, diese Frage kann man grundsätzlich mit einem eindeutigen „Ja" beantworten, das können wir gleich vorwegnehmen; man kann auch nachts unter scheinbar ungünstigsten Lichtverhältnissen fotografieren! Wenn man es wirklich ernst meint mit unserem fotografischen Steckenpferd, so muß man wohl auch nachts fotografieren. Und warum man das tun muß, wollen Sie wissen? Ich will es zu beweisen versuchen.
Es wird Ihnen sicher nicht mehr unbekannt sein, daß man als strebsamer Lichtbildner die künstlerische Fotografie nur um der herrlichen, zauberhaften Wirkung des Lichtes willen betreibt. Vornehmlich dort erkennen wir dankbare Motive, wo wir schöne Lichtwirkungen finden und sie zu fotografisch bildhafter Wirkung gestalten können. Das wird Ihnen sicher begreiflich sein, und damit haben Sie vielleicht auch schon einige Erfahrungen. Aber, und das werden Sie auch einsehen lernen, es hieße auf halbem Wege stehenbleiben, wollte man jene herrUchen Lichtwirkungen, die nachts die Straßen und Plätze der Städte, aber auch die stillen Winkel der Dörfer, die Parks und Wasserflächen bei Mondschein usw. erfüllen, dabei außer acht lassen. Schauen Sie sich einmal nachts auf der Straße um, betrachten Sie einmal Ihre Umgebung mit fotografischen Augen! Bietet sich da nicht eine schier unendhche Pracht der Lichterfülle, abgewandelt bis zu den zartesten Wirkungen? Wahrhaftig, es ist eine statthche Zahl der Motive, wenn man nur immer gleich die Kamera zur Hand hätte . . .! Sehen Sie nun ein, daß man da einfach fotografieren muß?
Vielleicht sind Sie jetzt schon begeistert, und es wird sich Ihnen die Frage nach dem Womit, dem Wie und dem Was aufdrängen. Lesen