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Schach 3/97
51. Jahrgang
Deutsche Schachzeitung - Deutsche Schachblätter - Schach-Report
Linares (Titel, S. 4ff.)
Seine in Las Palmas eiTungenen Lorbeeren waren noch in bester Erinnerung, da schritt Garri Kasparow in Linares zu neuen Glanztaten. Einzig Wladimir Kramnik konnte ihm lange Paroli bieten, wurde jedoch in der Schlußrunde vom PCA-Weltmeister aus dem Feld geschlagen. Bei 26 'öcS? (siehe unser Titeldiagramm, besser 26 '2ibd7) übersah Kramnik, daß sich auf 27. Sb4 das geplante 27 ^d6 wegen 28. É.:c4 verbot, und geriet schnell auf die Verliererstraße.
Wijk aan Zee(S. 25)
Beim 59. Hoogovens-Turnier hatte Waleri Salow den längsten Atem. Mit einer sensationellen Verteidigungsleistung in der Schlußrunde gegen Viktor Kortschnoj konnte er die Konkurrenz auf Distanz halten.
Weitere Beiträge
• Kolumne 3 • Bei anderen gelesen 24 • I. BL 44 • Damen-BL 50 • Turniere 52 (Genf 52, Linares/Ubeda 54, Nova Gorica 55) • Theorie aktuell: Nimzowitsch-Indisch (E 34) 56 • Schachzettel 60 • Leserpartie 64 • Fernschach 65 • Kombinationsschule 66 • NEWS 71 • Probleme und Studien 76 • Vorschau/Register 82 • Beilage (S. 2ff): 2. BL
Mitarbeiter in diesem Heft
Harald E. Bailó, Fritz Baumbach, Rustem Dautov, Juri Dochojan, Klaus Gabor, Igor Glek, Karl-Heinz Hein, Hans-Jürgen Hochgräfe, Wladimir Kramnik, Christopher Lutz, Adrian Michaltschischin, Friso Nijboer, Alexander Onischuk, Albin Pötzsch, Lev Psachis, Waleri Salow, Ivan Sokolov, Loek van Wely, John van der Wiel, Manfred Zucker
Fotos und Karikaturen
Frits Agterdenbos, Jose Diaz 24,40, Sabine Kaufmann 5, Hartmut Metz 36, Asher Molet 25, 38, Rosa de las Nieves 15,17, 22, 26
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Verschworener Zirkel
"Früher hatte ich oft keine Lust, Turniere zu spielen, danach gab es keine mehr, und heute kommt beides zusammen", seufzte ein als Sekundant in Linares weilender namhafter russischer Großmeister. In der sogenannten zweiten Garde der Großmeisterzunft, die jenseits der Top Ten, aber immer noch um oder über 2600 Elo anzusiedeln ist, ist die große Depression ausgebrochen. "Ich nehme mir lieber ein paar Schüler und gebe etwas Unterricht als bei irgendeinem Open vergeblich den zwei oder drei guten Preisen nachzujagen", klagte ein anderer. Die immer spärlicher gesäten Rundentumiere, bei denen sehr gute Antrittsgelder gezahlt werden, sind einer immer kleiner werdenden Schar von Topgroßmeistern vorbehalten. Ob in Linares, Dos Hermanas, Nowgorod oder Dortmund - immer trifft sich bis auf wenige Ausnahmen derselbe kleine verschworene Zirkel der Brettkünstler. Der persönliche Ehrgeiz der Organisatoren, bei der Kategorienhatz ganz vorn mitzu-mischen, ist ein wesentliches Antriebselement. Auf wundersame Weise schieben sich die Akteure untereinander wechselseitig die Ratingpunkte zu, die damit diesem Kreise nicht entfleuchen können und gleichbedeutend mit einer Eintrittskarte für das nächste Spitzenereignis sind. So sehen es jedenfalls diejenigen Profis, die an diesem munteren Treiben nicht teilhaben dürfen und ihre Elozahl in offenen Turnieren zu Markte tragen müssen. Etwas frisches Blut würde sicher auch den Eliteturnieren guttun, die Holländer haben es vorgemacht. Und wen interessiert es nach Las Palmas wirklich noch, ob ein Tumier nun die Kategorie XVII oder XVIII aufweist? Dirk Poldauf
Schacti 3/97