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Schach 4/97
51. Jahrgang
Deutsche Schachzeitung - Deutsche Schachblätter - Schach-Report
Deutscher Pokal (Titel, S. 4ff.)
Nachdem beim Titelverteidiger aus Porz in dieser Saison in der Bundesliga viel daneben ging, hielten sich die Hilgert-Schützlinge im Pokalfinale gegen Bremen schadlos: Mit dem hübschen Trick 26 Se4! stellte Loek van Wely nach zuvor kritischer Lage die Zeichen auf Sieg.
Ubeda (S. 20)
Von der glänzenden Vorstellung des Franzosen Joel Lautier im Parallelturnier von Linares berichtet Artur Jussupow. Als besonderen Leckerbissen empfehlen wir die Partiekommentare Lautiers gegen Jussupow und Leko. Hier verfügt der Angstgegner Kasparows bereits über weltmeisterliches Format!
Weitere Beiträge
• Kolumne 3*1. Bundesliga 8 • 2. Bundesliga 14 • Damen-BL 16 • Bei anderen gelesen 19 • Interview mit Garri Kasparow 38 • Turniere 44 (Kalkutta 44, Cappelle la Grande 45, Bad Wörishofen 48) • Theorie aktuell: Sizilianisch (B 81) 54 • Auflösungen Extra-kniffliges Preisrätsel 57 • Rezension ChessBase 6.0 61 • Kombinationsschule 64 • Leserpartie 69 • NEWS/Turniertermine 70 • Probleme und Studien 76
• Vorschau/Register 82 • Ergebnisdienst in der Abo-Auflage
M Itarbeiter in d iesem Heft
Alexander Beljawski, Alfred Diel, Klaus Gabor, Lev Gutman, Karl-Heinz Hein, Dr. Hans-Jürgen Hochgräfe, Artur Jussupow, Alexander Khalifman, Rainer Knaak, Ingrid Lauterbach, Joel Lautier, Christian Liebert, Albin Pötzsch, Henrik Teske, Juri Wassiljew, Manfred Zucker
Fotos und Karikaturen
Klaus Bayer 20, Jose Diaz 19, Sabine Kaufmann 23, 25, 34, 37, Rosa de las Nieves 39, 41, Photo. Ammann 54
Verlag und Redaktion:
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Basteln am Selbstmatt
Ein für die Zukunft der Bundesliga wichtiges Ereignis wirft seinen Schatten voraus. Am 10. Mai erfolgt auf dem DSB-Kongreß die Abstimmung über den kurioserweise von der "Schwalbe", der Vereinigung der Problemschachexperten, in Absprache mit einigen Landesverbänden eingebrachten Antrag, alle Beschränkungen für die Teilnahme von Ausländem an den Wettkämpfen der beiden obersten deutschen Spielklassen aufzuheben. Neben den seit dieser Saison unbegrenzt spielberechtigten EU-Akteuren könnten, wird dem Antrag stattgegeben, in der nächsten Spielzeit auch Russen, Polen, Tschechen, usw. stärker als bisher das Bild der Liga prägen. Nach der Einführung o. g. Richtlinien für EU-Auslän-der, gegen die Schach immer vehement aufgetreten ist, wäre dies ein logischer Schritt. Denn warum sollte es Ausländer erster und zweiter Klasse geben? Nicht wegzureden ist allerdings auch die von vielen Seiten geäußerte Befürchtung, daß ehrgeizige Mäzene versucht sein könnten, sich eine schnelle Eingreiftruppe mit ob des Währungsgefälles billigen, aber spielstarken Osteuropäern zusammenzukaufen. Ausländer könnten die Deutsche Meisterschaft quasi unter sich ausmachen. Was für die einen ein Horrorszenario ist, findet andernorts Beifall bzw. stößt bei einer dritten Gruppe auf Desinteresse oder gar Resignation. Nach den Folgen muß gefragt werden, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist: Werden die deutschen Spieler aus ihren Mannschaften verdrängt? Gehen sie erst dann auf die Barrikaden? Basteln die Problemschächer an einem Selbstmatt des deutschen Schachs? DirkPoldauf
Schacti 4/97