Bővebb ismertető
Schach-Aktiv 6/2006FIDE-Kongress327Kurt JungwirthFIDE-Kongress in TurinDie Schlacht von Turin ist geschlagen, auf den Brettern und im Kongresssaal. Der Schachsport ist nicht zu bremsen. Wieder gab es neue Rekorde. Auf 21.000 Quadratmetern traten in der allgemeinen Klasse 148, bei den Frauen 103 Teams an. Der Osten dominiert weiterhin. Allgemeine Klasse: 1. Armenien, 2. China, 3. USA. Frauen: 1. Ukraine, 2. Russland, 3. China. Frage: Wo bleiben die russischen Männer? Antwort: Sie siegen im Team der USA. Das besteht aus vier eingewanderten Russen, einem Armenier und einem Japaner.Vor dem Wahikongress war die Nervosität groß. Gegen den regierenden Präsidenten Kirsan Ilyumzhinov trat der Holländer Bessel Kok an, der einige Versuche in der Schachpolitik hinter sich hat. Er kündigte gute Absichten an, konnte aber keine Finanzziffern nennen, fand Sympathien im Westen, aber kaum im Osten und im Süden. Für jeden Eingeweihten war es von Anfang an klar, dass er in der Generalversammlung der FIDE nicht mehrheitsfähig war. Dass ihm dort zusätzlich die unglückliche Politik der momentanen Führung der USA ins Gesicht blies, lag auch auf der Hand.Der bisherige Präsident konnte für sich verbuchen, dass es wieder eine echte Weltmeisterschaft gibt. Topalov und Kramnik spielen vom 21. 9. bis 14. 10. in Elista um den Titel. Der nächste Zyklus ist bereits mit einem Finale in Mexiko für 2007 unter Dach und Fach. Die Finanzen der FIDE sind nicht zuletzt durch ihre Anteile an den hohen Preisgeldern voll stabilisiert. Es gibt darüberhinaus - für Europa besonders wichtig -die Autonomie der Kontinente. Die enormen Beteiligungen an den großen Jugendmeisterschaften sind auch ein gutes Zeichen für die Zukunft. Der Ausgang der Wahl war dementsprechend klar: Ilyumzhinov 96, Kok 54 Stimmen. Der Sieger war gut beraten, als neuen Executive Director den Engländer David Jarrett nach Athen zu engagieren. Zwei interessante Unterstützer von Kok sind in das FIDE- Präsidium neu aufgenommen, William Kelleher (USA) und Geoffrey Borg, der Schachaktivist aus Malta, der im Mittelmeerraum Ansehen genießt. Erstmals wurde in der FIDE -auch auf österreichischen Druck hin -mit Peter Rajcsanyi aus Ungarn ein Verantwortlicher für Marketing und Kommunikation installiert.Dramatisch verlief der Wettlauf um die Zuerkennung der Olympiade 2010. Es gab fünf interessante Angebote. Beim ersten Wahlgang schieden Riga und Posen aus. Im zweiten Buenos Aires. Beim dritten siegte Khanti-Mansisk mit 71 Stimmen über Budva in Montenegro mit 64. Khanti-Mansisk ist eine kleine, moderne Stadt in einer reichen Erdölregion weit hinter dem Ural. Erstmals hörte man von dieser Stadt, als sie den Weltschachcup 2006 sehr gut organisierte. Die finanziellen Bedingungen sind sehr günstig und im September 2010 wird auch in Sibirien angenehmes Herbstwetter zugesagt. Dass von den fünf Angeboten ein einziges aus dem Westen kam, ist bezeichnend. Immerhin spricht alles dafür, dass 2008 die Schacholympiade in Dresden ein schönes, großes Ereignis wird.