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THEMK
Einfallsreichtum, Freude an der Kleinarbeit, organisatorisches Geschick, richtige Einstellung auf die Bedürfnisse der werktätigen Menschen, Abkehr von der Routine und Enthusiasmus für die Sache des Schachsports -nur wenn sich solche Haltungen und Einstellungen allgemein unter den Mitgliedern, Helfern und Funktionären unseres Verbandes durchsetzen, können die ehrgeizigen Ziele, die der VI. Verbandstag beschlossen hat, erreicht werden. Auf einer durch die Abgesandten der Bezirksfachausschüsse erweiterten Tagung des Präsidiums am 11. Mai in Berlin arbeitete unser Präsident Werner Barthel in einem leidenschaftlich vorgetragenen Schlußappell diese Eigenschaften eines engagierten Schach-sportlers heraus. Mitgliederwerbung und den Aufbau neuer Sektionen, so sagte er, betreiben wir nicht aus Zahlen- und Effekthascherei. In wachsenden Zahlen der Mitgliederstärke spiegelt sich vielmehr unser Vermögen, die Massenbasis für unseren Sport zu verbreitern. Schach gehört zum Kulturgut unseres Volkes. Schach ist Volkssport.
Den realistischen Ansatz für diese Schlußfolgerungen gab eine präzise Analyse der Mitgliederentwicklung, wie sie von Generalsekretär Egon Dieckmann im Beridit des Büros des Präsidiums vorgetragen wurde: Optimismus resultiert aus dem Willen zu vermehrten gemeinsamen Anstrengungen.
Als äußerst lebendig gestaltete sich der Erfahrungsaustausch. Der Bericht des BFA Potsdam, vorgetragen vom Sportfreund Herbert Conradt, war dafür beispielhaft. Er machte das breite Spektrum neuer Ideen und Methoden sichtbar, die den Verband in der Praxis voranbringen: Aufbau von Schachgruppen in Lehrlingswohnhelmen, Kleingartensiedlungen und Altersheimen, Repräsentation der Schachsportler bei Betriebsfestspielen in den Industrieschwerpunkten, stabile Verbindungen zu den starken Partnern in sowjetischen Militäreinheiten, regelmäßige Publikationen in wichtigen Betriebszeitungen und — als besonders nachahmenswert empfohlen — das jüngste Potsdamer Schachfest. Dort gelang es, in Gestalt von Kulturhäusern und Kulturgruppen wichtige Verbündete zu finden, die mit ihrem Beitrag das Fest verschönten und die Aufmerksamkeit auch solcher Besucher herausforderten, die dem Schachspiel noch nicht geneigt sind. Angesichts solcher ideenreicher Kleinarbeit ist es nicht verwunderlich, daß die Potsdamer im Leistungsvergleich der BFA einen guten vierten Platz belegen konnten. Sieger wurde zum wiederholten Male Rostock, diesmal vor Neubrandenburg und Gera.
G. K.
(Ein Bericht über die Präsidiumstagung mit weiteren Anregungen zur Mobilisierung der Verbandsarbeit folgt im nächsten Heft.)
Görlitzer Schach wieder auf dem richtigen Kurs
Es geht wieder bergauf! Nach den besseren Zeiten im Görlitzer Schach in den fünfziget Jahren, als z. B. aus unserer Stadt die DDR-Meisterin Gertrud Nüsken (1953 und 1955) kam, als sich Görlitz auch im Blindenschach einen Namen machte, bis Mitte der sechziger Jahre, da sich mit dem jetzigen Großmeister Lothar Vogt ein Görlitzer anschickte, zu den besten Spielern der DDR aufzurücken, kamen leider die „dürren" Jahre. Mit dem Beginn des paß- und visafreien Reiseverkehrs zwischen der VR Polen und unserer Republik- im Jahre 1972 war ein zusätzliches Motiv gegeben, dem Schachsport in unserer Stadt wieder mehr Geltung zu verschaffen. Wenn man sich überlegt, daß polnische und DDR-Bürger nur wenige Meter zu laufen brauchen, um zueinander zu finden, was liegt dann näher als der Wunsch nach gemeinsamen Veranstaltungen.
Noch im gleichen Jahr wurden Kontakte geknüpft. Anfangs nur Vergleichskämpfe auf Stadt- bzw. Kreisauswahlebene, wobei die Jahrestage der befreundeten Republiken -der 22. Juli in der VR Polen, der 7. Oktober in der DDR — die festen, traditionell gewordenen Spieltermine sind, erv/eiterte sich der Sportverkehr schon ab 1973 rasch auf Klubebene und über Görlitz bzw. Zgorzelec hinaus. Die Verbindungen wurden so eng, daß sogar gegenseitige Besuche an Trainingsabenden stattfinden und persönliche Freundschaften nichts Seltenes mehr sind. Heute sind bis zu 15 gemeinsame Veranstaltungen oder Wettkämpfe pro Jahr fest in den Terminplänen verankert.
Allein dieser Sportverkehr war natürlich nicht der Anstoß, der ab 1973 wieder frischen Wind im Görlitzer Schachsport wehen ließ, aber er setzte doch gewisse Maßstäbe. Dank solcher Funktionäre wie W. Sojka, J. Günzel, W. Arndt und anderer begannen die Görlitzer wieder Schritt für Schritt aufzuholen. Die Sportgemeinschaften Medizin, Motor, Energie und Pentacon fanden wieder Wege, unseren schönen Sport populär zu machen. Die mit Unterstützung der BSG Medizin gegründete Schachsektion bei Fortschritt Ostritz zog bald kräftig mit und ist besonders im Freizeit- und Erholungssport sehr erfolgreich. Im vergangenen Jahr wurde nun in der kleinen Stadt Reichenbach/OL. die sechste Sektion im Kreis gegründet. Zwangsläufig stiegen auch die Mitgliederzahlen, nämlich von 140 Anfang der 70er Jahre auf jetzt knapp 200. In 12 von 18 POS in der Stadt Görlitz werden inzwischen Schachgruppen in Form von Arbeitsgemeinschaften betreut. Diese Arbeit mit dem Nachwuchs war der Grundstein für die progressive Entwicklung. Der KFA konnte
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