Bővebb ismertető
Gegenwärtig sind wir Zeuge vieier politischer, Skonomischer. ideologischer und milUirischer Kämpfe im weltweiten Ringen zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Den Schritt in das Jahr 1980 haben die Völker Europas und der Welt mit einer deutlichen Sorge um die Erhaltung des Weltfriedens getan.
Mehr als 35 Jahre Frieden sind vor allem ein Verdienst der Sowjetunion in Zusammenarbeit mit den sozialistischen Staaten auf der Grundlage unserer gemeinsamen Politik der (riedUchen Koexistenz.
Als zum Jaliresende 1919 aus meiner Heimatstadt Wittenberg der erste Teil der sowjetischen Streitkräfte die DDR verließ und in die Sowjetunion zurückkehrte, waren unter ihnen auch Unterleutnant Sascha, Fähnrich Wolodja und die Soldaten Mischa und Pjotr. Sowjetische Freunde und Genossen, die seit Jahren an der Seite der Wittenberger Schach-sportler am Jahrestag der Befreiung vom Hit-ierfaschismiis am traditionellen Simultanwettkampf im Kreiskulturhaus „Maxim Gorkl" Wittenberg teilnalunen und sich u. a. den GroBmeistem WoUgang Uhlmann, Lothar Vogt, Dr. Burkhard Malich, Rainer Knaak, dem Verbandstrainer Dr. Ernst BBnsch, Dr. Fritz Baumbach, dem Internationalen Meister Heinz Liebert und unserer Großmeisterin Edith Keller-Hermann stellten. Unterleutnant Sascha konnte insgesamt einen Sieg und drei Unentschieden erringen. Am 16. April, dem Geburtstag Ernst ThSlmanns, wenige Tage vor dem 35. Jahrestag der Befreiung, verabschiedeten wir weitere sowjetische Freunde aus Wittenberg, unter ihnen wiederum mit uns herzlich verbundene Schachsportler.
Niemand kann verlangen, daß die Sowjetunion ständig und einseitig Verminderungen ihrer Streitkräfte vornimmt. Seit der Befreiung unseres Volkes vom Hitierfaschismus vor 35 Jahren können wir feststellen, daß in der DDR schon eine ganze Generation in Frieden aufwachsen konnte, daß wir diesen Frieden vorrangig unseren sowjetischen Freunden zu verdanken haben, dieser Frieden in der internationalen Auseinandersetzung mit dem Imperialismus täglich neu erkämpft werden muß.
Das ist Verpflichtung und Auftrag auch an uns Schachsportler, zu kämpfen im Namen des Friedens an der Seite unserer sowjetischen Klassenbrüder, denn nur im Frieden können wir glücklich leben und unseren gellebten Schachsport ausüben.
Helmut Hartmann
DSV-Vizepräsident
GroBiwirttr Rainer Knaak;
Sowjetische Schachschule mein Lehrmeister
Meine ersten Kontakte mit sowjetischen Schachspielern hatte ich 1970. Die Schachgemeinschaft Leipzig fuhr nach Moskau und nahm an einem gut besetzten Klubmannschaftsturnier zu Ehren des 100. Geburtstages W. I. Lenins teil. Noch heute bin ich stolz darauf, daß es uns gelang, den zweiten Platz zu belegen.
Seitdem habe ich 76 Partien gegen sowjetische Spieler ausgetragen, und konnte dabei 33 Punkte erringen. Unter meinen Gegnern befanden sich solch führende Großmeister wie Michail Tal, Wassili Smyslow, Tigran Petros-jan, David Bronstein und Nona Gaprindasch-wili. Besonders gern erinnere ich mich an meine beiden Partien gegen Exweltmelster Tal und vor allem an die nachfolgenden Analysen mit ihm. Neben seinem enormen Eröffnungswissen beeindruckte mich besonders, wie viele Nebenvarianten der Rigaer während der Partie sah. Trotzdem war er dabei keine Spur überheblich und akzeptierte mich immer als Kontrahenten. Auch seine humorige Art macht solche Analysen immer zu einem Erleb-nis. Nun führt er 2:0 gegen mich — und ich hoffe, dieses Ergebnis eines Tages mal verbessern zu können.
Mit einem anderen bekannten Großmeister, nämlich Juri Balaschow, steht es ebenfalls 2:0, aber zu meinen Gunsten. Ich besiegte ihn in Leipzig 1973 und Halle 1976. Beide Male war er aber am Ende vor mir, und in Halle gewann er sogar das Turnier. Als wir dort nach dem Abschluß der Veranstaltung noch zusammen saßen, deutete er mir in seiner sympathischen Art an, daß es zwar nun 2:0 für mich steht, dies aber gewiß noch nicht der Endstand sei.
Ein besonders herzliches Verhältnis habe ich zu David Bronstein. Als ich in Tallinn 1979 nach dem Favoriten für das Turnier befragt wurde, hatte ich zuvor dreimal miterlebt, wie er Turniersieger wurde. So nannte ich also Bronstein. Aber dann bezwang ich ihn erstmalig, und es gab den Einlauf Petrosjan, Tal, Waganjan, Bronstein. Gerade bei diesem Turnier war ich oft mit Bronstein zusammen. Er erzählte mir viel von den Kämpfen um die Schachkrone zu Anfang der 50er Jahre. Außerdem half er mir, Schach als das zu verstehen, was es zu einem guten Teil auch ist, nämlich eine Kunst.
Ein beeindruckendes Erlebnis deutsch-sowjetischer Freundschaft hatte ich als Teilnehmer des IV. Festivals der Freundschaft zwischen Komsomol und FDJ in Wolgograd. Dabei kam es nicht nur zu vielen freundschaftlichen Begegnungen mit Komsomolzen und Bürgern der
195