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D>ISEin Ereignis, das seit Jahren nicht nur wegen seiner großen sportlichen Anziehungskraft immer wieder die Gemüter und nicht nur in Schachkreisen - erregte, ist die Einzelwelt-meisterschaft der Männer. Waren es aber in der Vergangenheit fast ausschließlich Kapriolen einzelner WM-Teilnehmer, so löste in diesem Jahr kein geringerer als der Präsident der Weltschachföderation, Fridrik Olafsson (Island) durch eine mehr als fragwürdige Entscheidung vielerorts Empörung aus. Unter Mißachtung der FIDE-Statuten und völlig falscher Auslegung der 1979 von der Generalversammlung gebilligten Wettkampfbe Stimmungen für die Einzelweltmeisterschaft entschied sich der Präsident für eine Verlegung des Titelkampfes zwischen Anatoli Karpow (UdSSR) und Viktor Kortschnoi vom 19. September auf den 19. Oktober 1981. Mit seiner ultimativen Forderung, bis zu dem neu angesetzten Wettkampfbeginn Die Angelegenheit der Familie Kortschnoi zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen", unternahm er den untauglichen Versuch, die dafür zuständigen Stellen in der UdSSR unter Druck zu setzen.Diese Kompetenzüberschreitung rief selbstverständlich Proteste und Erklärungen von Schachverbänden, bekannten Schachspielern und Funktionären sowie verschiedener Institutionen hervor. Zu den Spielern, die sich gegen die Fehlentscheidung des FIDE-Präsidenten aussprachen, gehören neben dem Weltmeister Anatoli Karpow u. a. Exweltmei-ster Michail Tal (UdSSR) sowie die Großmeister Bent Larsen (Dänemark), Eugenio Torre (Philippinen) und John Nunn (England). In einem Protesttelegramm an die FIDE brachte auch der Deutsche Schachverband der DDR sein Befremden darüber zum Ausdruck, daß der Wettkampf aus Gründen, die nichts mit der Weltmeisterschaft zu tun haben, verlegt wurde, und forderte die dringende Einberufung einer Sondertagung des Exekutivrates der FIDE, um diesen unhaltbaren Beschluß noch vor dem Kongreß in Atlanta (USA) rückgängig zu machen. In der auf Drängen mehrerer Verbände zustandekomme-nen Exekutivtagung mußte dann auch det Präsident seine Entscheidung wieder zurücknehmen.All jene Kräfte, die die Weltschachföderation zur Durchsetzung derartiger Forderungen mißbrauchen wollen, müssen wissen, daß politische Erpressung - wie sie mit der Verlegung des Titelkampfes praktiziert werden sollte nicht mit den Grundsätzen und Zielen der FIDE vereinbar ist und auch in Zukunft bei der Mehrheit ihrer Mitglieder auf Ablehnung stoßen wird.E. D.Ludcenwalder Schachsommer-Turnier mit ZukunftSchachturniere mit verkürzter Bedenkzeit zum Schluß des Wettkampfjahres werden bei uns immer beliebter. Dieser Tatsache trugen die Veranstalter des Luckenwalder Schachsommers" Rechnung, der bereits zum zweiten Male stattfand. Was an einem Wochenende im Juni 1980 als Experiment gestartet worden war, erwies sich auch dieses Jahr als großer Magnet für viele Schachfreunde der LK 1 bis 5 aus den Bezirken Potsdam und Berlin. 45 Teilnehmer waren gekommen, 10 mehr als im Vorjahr. Auch einige nichtaktive Spieler konnten begrüßt werden. Gespielt wurden 9 Runden im Schweizer System, wobei jedem Spieler 30 Minuten pro Partie zur Verfügung standen. Im Luckenwalder Café Korso", dem Austragungsort, wurden die Schachfreunde zugleich verpflegt. Ein Tanzabend sowie Darbietungen der Volkstanzgruppe Extra" umrahmten das zweitägige Programm. An alles hatten die rührigen Organisatoren gedacht: Angefangen von originellen Einladungen über gute Quartiere bis zu geschmackvollen Preisen für die fünf Besten sowie Urkunden bis zum 20. Platz. Spielbeginn war Sonnabend um 13 Uhr, so daß die interessierten Schüler aus Luckenwalde und Umgebung ebenfalls teilnehmen konnten. Nun zu den Ergebnissen: Natürlich wurden den Spielern mit der LK 1 die meisten Chancen eingeräumt. Bis zur 8. Runde führte auch einer von ihnen, und zwar Karl Kühn aus Blankenfelde, der älteste und erfahrenste Teilnehmer. In der Schlußrunde jedoch unterlag der fast 73jährige dem 30 Jahre jüngeren Günter Walter aus Berlin, einem Spieler der LK 2. Dadurch konnte Sportfreund Walter Turniersieger werden. Ebensoviel Beifall bekam bei der Siegerehrung Schachfreund Kühn. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er noch heute stärkster Schachspieler des Kreises Zossen. Mit Erhard Wilke und Peter Hanke belegten zwei Favoriten vordere Plätze.Spitze: 1. Walter (Post Berlin) 7V2, 2./5. Wilke (PH Potsdam), Kühn (Vorwärts Blankenfelde), Hanke, Schanen (beide Schachklub Luckenwalde) je 7, 6./7. Andreß (Luckenwalde), Wojtkowiak (Post Berlin) je 6, 8./12. Astfalk (Motor Ludwigsfelde), Rehm, Leitert (beide Vorwärts Königs Wusterhausen), Wan-gerin (Traktor Marzahna), Kohlmeyer (Blankenfelde) je 5V2-Alles in allem ein Turnier, das besonders jungen Spielern, aber auch Volkssportlern Gelegenheit gab, im Vergleich mit erprobten Schachfreunden an Spielstärke zu gewinnen.387