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DIE ZEITSCHRIFT D E R S C H A C H F R E UN D E4. lAHRGANG 18. HEFT 2. SEPTEMBER-HEFT 1950 PREIS SO PF.Das Schachspiel als Schule cJer ErziehungVon Dr. philos. Wilhelm Engel, LeipzigAnläßlich des Internationalen Schachturniers zu Moskau 1925 sahen sich die sowjetischen Professoren Djakow, Pe-trowski und. Rudik im Auftrage des Laboratoriums für experimentelle Psychologie und Psydiotechnik vor die Aufgabe gestellt, eine Psychologie des Schachspiels zu erarbeiten. Auf der Grundlage psychotech-nischer Experimente an den am Turnier teilnehmenden internationalen Meistern gingen sie der Frage nach: Was stellt eigentlich das Schachspiel seinem Wesen nach dar? Welche Seiten der Persönlichkeit werden durdi dieses Spiel berührt? Welche psychischen Funktionen spielen hier mit? Welche Bedeutung hat das Schach bei der lEjitwicklung der Persönlichkeit? Was für Erscheinungen sind für die Welt des Schachs typisch und welche individuellen Eigenheiten offenbaren sich darin? Auch zu dem Problem der pädagogischen Bedeutung des Schachspiels gibt diese Untersuchung einen bedeutsamen Beitrag. Im Sinne der fortschrittlichen modernen sowjetischen Pädagogik findet hier das Spiel überhaupt das Spiel des Kindes, wie des Erwachsenen V eine positive Würdigung. Daß das Spiel biologisch wertvoll und sogar lebenswichtig ist, ist eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache. Spiel ist Schule und Mittel der Entwicklung des Individuums in psychischer und sozialer Hinsicht."Auch bei uns in Deutschland beginnt sich in der vorschulischen und schulischen Erziehung diese Erkenntnis langsam durchzusetzen, im Gegensatze zur alten Schule, die Spiel und Sport sehr zurückhaltend, gelegentlich ablehnend gegenüberstand. Da wurde Sport und Spiel nieist uingern geduldet. Sie galten als Allotria, als nutzlose Kraft- und Zeitvergeudung, als unerwünschte Ablenkung von den Schularbeiten, als nicht ernst zu nehmende Beschäftigung.Selbstverständlich stand auch das Schach unter dieser Verurteilung, die im Mittel-en einem Ereignis wie den Schadbmeisterschaiten der DDR in Sömmerda konnten der Rund/unk und Der Augenzeuge" natürlich nicht vorbeigehen. Hier wird gerade die internationale Schachmeisterin Edith Keller (Dresden) vernommen".