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WÍENEE
SCHACPI-ZEITUNG
ORGAN FÜR DAS GESAMTE SCHACHLEBEN
UNTER MITWIRKUNO DER NAMHAFTESTEN SCHACHMEISTER Redigiert und herausgegeben von Ing. R. WAHLE und A. LEWIT Verlag, Redaktion und Administration: Wien, iV., Schäfferg. 13 a
Nr. 1
JÄNNEli
IL Jahrgang
Das Turnier zu Hastings.
England, das man als das Mutterland der internationalen Turniere bezeichnen kann, da dort das erste Weltturnier der Geschichte, das Londoner des Jahres 1851, stattfand, hatte vor dem Kriege seit dem Jahre 1899 kein internationales Turnier mehr veranstaltet. Aber die Folgen machten sich bald in einem rapiden Niedergang der englischen Meisterklasse bemerkbar. Seit Jahrzehnten gab es keine englischen Turniersieger und in den aller-seltensten Fällen verirrte sich überhaupt ein englischer Meister unter die Preisträger eines Meisterturniers, während früher die englische Meistergarde gewöhnlich die gefürchtetste war. (Man denke an die zahlreichen Turniersiege eines Bird, Blackburne, Ounsberg, Mason etc.) Seit dem Kriege haben die Schachkreise Englands ihr Verhalten vollständig geändert. Unermüdlich veranstalten sie Turniere, zu denen auswärtige Teilnehmer eingeladen werden, ohne sich davon durch den Umstand abhalten zu lassen, dass diese Ausländer gegenwärtig den Einheimischen noch immer die vorderen Plätze wegnehmen. Aber ohne Zweifel ist bereits ein Aufschwung der englischen Klasse eingetreten und der Meister Englands, Yates, spielt heute in den internationalen Turnieren eine ganz andere Rolle als ehemals.
Das Turnier zu Hastings, das eben zu Ende ging, vereinigte zehn Teilnehmer, darunter fünf Ausländer: Maröczy, Euwe, Coli e, Mieses und S e i t z (Italien). Nach seinem grossen Karlsbader Erfolg galt Maröczy als der voraussichtliche Sieger. Aber zur allgemeinen Ueberraschung ging der Holländer Euwe als erster Preisträger mit dem imponierenden Stand von TVa P- hervor.
Max Euwe ist der jüngste unter den internationalen Meistern von Ruf und Rang. Trotz seiner Jugend — er steht im 23. Lebensjahre — blickt er bereits auf glänzende Erfolge zurück. Kaum zwanzigjährig, geläng es ihm, einen Wettkampf mit keinem Geringeren als Maröczy unentschieden zu machen, im Wiener Meister-