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Dr. Dietrich Stahl - Wild und Hund 26. November 1994 [antikvár]
 
Zwischen den ZeitenEine Analyse der Jagd in ilirem Umfeld an der Schwelle zum nächsten JahrhundertAus Anlaß des lOOßlirigen Erscheinens von WILD UND HUND analysiert Dr. Dieter Deuschle die Situation der Jagd im Wandel des Umfeldes und weist Wege des Verständnisses und des Handelns in die Zukunft. Die Jagd befindet sich heule in einer fast paradoxen Situation. Einerseits besteht eine volkstümliche Verbundenheit zwischen der Bevölkerung und der Jagd, die in vielen Liedern, Geschichten und Verhaltensweisen sichtbar wird. Dorf besteht auch...
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Zwischen den ZeitenEine Analyse der Jagd in ilirem Umfeld an der Schwelle zum nächsten JahrhundertAus Anlaß des lOOßlirigen Erscheinens von WILD UND HUND analysiert Dr. Dieter Deuschle die Situation der Jagd im Wandel des Umfeldes und weist Wege des Verständnisses und des Handelns in die Zukunft. Die Jagd befindet sich heule in einer fast paradoxen Situation. Einerseits besteht eine volkstümliche Verbundenheit zwischen der Bevölkerung und der Jagd, die in vielen Liedern, Geschichten und Verhaltensweisen sichtbar wird. Dorf besteht auch kein Zweifel, daß Jagd und Natur eine Einheit darstellen. Andererseits muß sich die Jagd gegen zahlreiche unterschiedliche, teils sogar widersprüchliche Vorbehalte oder Anwürfe zur Wehr setzen aus Bereichen, die es nicht besser wissen wollen oder die es von ihrer ideologischen Einstellung her nicht wissen können. Trotz dieses Zwiespaltes bewegen sich Teile der Jägerschaft noch in einer vermeintlich heilen Well. Sie pflegen liebe Eriunerungett und übersehen, daß die Zeit sich geändert hat. Andererseits werden uns Verhaltensweisen angesonnen, bei deren Anwendung das, was übrig bleibt, nicht mehr als Jagd bezeichnet werden könnte. Es ist deshalb geboten, daß wir Jäger bereit sind, uns mit dem geänderten Umfeld, in dem wir uns bewegen, auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sind dort Pflöcke einzurammen, wo Änderungen dazu dienen sollen, die Abschaffung der Jagd zu betreiben..t,isr Or. Diefer [leusihle, stellv. VjijUgermeister ran Baden-iifcinbergDr. Dieter DeuschleIn den Einzelheiten fast un-merklicli, aber trotzdem stetig, haben sich die Rahmenbedingungen für die Jagd und das gesamte Umfeld verändert. Vorstellungen und Betriebsziele derer, die mit der Natur umgehen, sind im FluB. Denkweisen und Wertvorstcllungen unserer Mitbürger haben sich gewandelt. die Technik hat sich weiterentwickelt. Die Jagdflächen worden abnehmen; Durch-schneidungseffekte durch Verkehrslinien bringen zusätzliche Verschlechterung. All das hat Auswirkungen. Wir müssen diese Entwicklungen erkennen und für unser eigenes Tun bedenken. Einige wichtige seien herausgehoben.Mit weiterer Abnahme der landwirtschaftlichen Nutz-fläche wird sieh die Waldfläche vergrößern. Dies geschieht allerdings in geringerem Umfang, als es die Abnahme der landwirtschaftlichen Flächen allein durch Aufforstung ergeben würde. Dies bedeutet, daß nennenswerte Teile der Flächen sich selbst überlassen werden, sofern sie nicht überbaut werden. Eine weitere Zunahme der Waldflächen erfolgt durch natürliche Sukzession -nicht genutzte Flächen werden zu Wald. Der Wald selbst wird dort wo es der Standort zuläßt, einen höheren Laubholzanteil haben und mehr Naturverjüngung. Gleichzeitig wird der Anteil ungleichaltriger und gemischter Waldstrukturen steigen. Auch im Wald wird der Anteil von Gebieten mit Vorrangfunktion für den Naturschutz (Waldschutzgebiete, Naturschutzgebiete, usw.) steigen.Die Konkurrenz der Jagdausübung zu Nutzungsansprüchen der Menschen in der freien Landschaft wird dureh die Bevölkerungsentwicklung noch zunehmen.Das Eintreten für den Tierund Naturschutz wird von vielen als Ausgleich eigener Naturentfremdung empfunden. Deshalb wird sich das Bestreben, Teile unserer Kulturlandschaft unter Schutz zu stellen und Nutzungsmöglichkeiten einzuschränken, verstärken. Zusätzlich werden die Zwänge für Land- und Forstwirtschaft, eine ökologisch verträgliche Vorgehensweise zu demonstrieren, zunehmen.Inwieweit Klimaentwicklungen regional zu differenzieren sind, ist sehr schwer vorherzusagen. Erkennbar ist aber, daß die Häufung von Zyklonen in unserem Geliiet zunimmt und damit auch die Gefahr, daß Sturmschäden Kulturflächen in den Wäldern bewirken. Dies sind natürlich gute Äsungsflächen für viele Wildarten.Insgesamt begünstigen Kli. maveränderung und Stoffein. i trag in gewissem Maße das i Pflanzenwachstum und verbes- t Sern die Ernährungsgrundlage für Pflanzenäser. Da Wildtierpopulationen von der Nah-rungsbasis abhängen, kann dies zu einer positiven Entwicklung wiederkäuender Schalenwildarten führen. Deshalb können sich die Strecken einiger Arten trotz abnehmender Flächen und hohem Bevölkerungsdruck weiter erhöhen. Allerdings rücken Einstand und Äsung näher zusammen, die Bewegungsaktivität nimmt ab, die Nachtaktivität zu. Dies muß auch zur Veränderung der Jagdmethoden führen.Begegnungen beim Freizeitverhalten machen Interessengegensätze deutlich. Am Pkw des Jägers und an seiner Waffe wird Anstoß genommen, das Verständnis für das Töten von Wildtieren fehlt häutig. Deshalb ist mehr Zeit erforderhch, dieses Konfliktpotential mit anderen Naturnutzern zu vermeiden.Dazuhin wird der Zeitaufwand für die Jagd steigen, so daß es notwendig wird, erst recht gemeinsam zu jagen und durch Maßnahmen der Reviergestaltung die Beobachtbarkeit des Wildes zu beeinflussen. Eine Abwechslung zwischen Jagdzeit und Jagdruhe kann dabei helfen {Intervalljagd). Die für die Jagd zur Verfügung stehende Zeit ist nicht behebig vermehrbar. Jagdweisen sind zu UberdenkenNutzungsüberlegungen und Betriebsziele in Land- und Forstwirtschaft werden sich weiter verändern. Naturverjüngung statt Kahlschlag, Waldumbau, Flächenvergrößerung werden sich fortsetzen. Der Grenzlinienreiehtum nimmt ab, die Möglichkeit für Wildkräuter, sich natürlich zu entwickeln, wird kleiner. Andererseits wird insbesondere in schwer zu bewirtschaftendem Gelände die Nutzung reduziert. Die Erschließung der Landschaft führt zu zunehmender Störung durch Erholungsuchende und Freizeitsportler.Besonders gravierend ist der Wandel in den Wertvorstellun-

Termékadatok

Cím: Wild und Hund 26. November 1994 [antikvár]
Szerző: Dr. Dietrich Stahl , Klaus Borgsmüller Sigrid Schwenk
Kiadó: Verlag Paul Parey
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 210 mm x 290 mm
Dr. Dietrich Stahl művei
Klaus Borgsmüller művei
Sigrid Schwenk művei
Bolti készlet  
Vélemény:
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