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EINLEITUNG
1. 1 Petr als innovatorische Sprachhandlung
Jeder Verfasser will mit seinem Text bei seinen Hörern oder Lesern etwas bewirken. Das ist die Grundthese der Textpragmatik. Sie gilt auch für biblische Texte. Das heißt: im Sinne des Verf. ist ein Text ohne Unterbrechung von Anfang bis zu Ende zu lesen; der Text als Ganzes will auf die Adressaten einwirken, ihre theologische Einstellung und ihr Verhalten ändern. Der Text wird dabei als Element einer einmaligen, vergangenen Kommunikation und Interaktion ausgelegt. Beteiligt an der Interaktion ist nicht nur der Verfasser, auch die Empfänger sind konstitutiv für die Realisierung der Interaktion. Erst durch die Rezeption des Lesers wird die »tote Wahrheit« des biblischen Textes lebendig; dies gilt auch für uns. Will man 1 Petr als historisch vorgegebenen Text der Bibel unter solchen textpragmatischen Gesichtspunkten interpretieren, ist vorab die in der Soziolinguistik bekannte Frage zu beantworten: »Wer spricht was und wie mit wem in welcher Sprache und unter welchen sozialen Umständen mit welchen Absichten und Konsequenzen?« (H. Stammerjohann [Hrsg.], Handbuch der Linguistik, München 1975, 389). Dem entspricht die folgende Gliederung.
a) Wer? (Absender/Schreiber)
Auch wenn Petrus nicht Verf. von 1 Petr ist ( c), sind die biographischen Hinweise im NT auf den historischen Petrus Voraussetzung auch für die späteren Petrus-Traditionen. Verf. schreibt pseudepigra-phisch nach 1' als Petrus und identifiziert sich damit mit dem aus den Evangelien, der Apostelgeschichte und aus den Paulusbriefen bestens bekannten Simon Petrus.
Mit seinem Bruder Andreas war er erster Jünger Jesu. Von Jesus er-hieh er den aramäischen Beinamen Kephas: Fels/Stein. In den Evangelien tritt er oft als Sprecher der Jünger auf und legt als erster das Messiasbekenntnis ab. Nach 1 Kor 15^ ist Petrus erster Zeuge der Erscheinungen. Dies ist wohl der Grund dafür, daß er in den ersten Jahren die Urgemeinde von Jerusalem geleitet hat (Gal 1'® Apg 1'"'). Noch um das Jahr 48 ist er eine ihrer »drei Säulen« (Gal 2'). Zunächst ist er verantwordicher Judenmissionar (Gal 2® Apg 1-8), dann aber aufgrund einer Vision nach Lukas auch Heidenmissionar (Apg 9-12). Beim Jerusalemer Abkommen (48/49) bei der Schlichtung des antiochenischen Konflikts ist er der entscheidende Vermittler. 1 Kor 9^ belegt seine Tätigkeit als Wandermissionar (zusammen mit seiner Frau).
Für das pseudepigraphische Selbstverständnis des anonymen Verfas-
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